Aktien Schweiz Vorbörse: Höherer Start erwartet - CS nach US-Einigung im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag mit höheren Notierungen eröffnen. Eigentlich hatten sich die Anleger am Tag vor dem verlängerten Weihnachstwochenende auf ein ruhiges Geschäft eingestellt, schliesslich haben viele Marktteilnehmer ihre Bücher für das laufende Jahr bereits abgeschlossen. Doch nun dürfte die Einigung der Credit Suisse im US-Hypothekenstreit doch noch für Bewegung am Markt sorgen. Die vorbörslichen Indikationen weisen auf klare Avancen bei den Bankaktien hin.
23.12.2016 08:45

Abgesehen vom Bankensektor ist an den internationalen Finanzmärkte allerdings vorweihnächtliche Ruhe angesagt. Denn bereits richten sich die Blicke auf den Jahreswechsel und auf das neue Börsenjahr 2017. Während der Leitindex SMI das Jahresminus wohl nicht mehr aufholen kann, rechnen Händler mit einem guten Start ins nächste Jahr. Trotz politischen Unsicherheiten mit den in Deutschland und Frankreich anstehenden Wahlen sei die Stimmung an den Börsen von Optimismus geprägt, heisst es in einem Händlerkommentar.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,25% höher bei 8'258,25 Punkten.

Zu einem Paukenschlag holte kurz vor Weihnachten die Credit Suisse aus. Die Grossbank gab die Einigung im Hypothekenstreit mit den US-Behörden bekannt und muss sowohl eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Mrd USD bezahlen als auch über einen Zeitraum von fünf Jahren Entschädigungen an Kunden im Umfang von 2,8 Mrd leisten. Dazu hat die CS im vierten Quartal eine zusätzliche Rückstellung von 2 Mrd verbucht.

Analysten hatten im Vorfeld von Bussen und Entschädigungen bis zu 7 Mrd USD gesprochen. Der Kurs der CS-Aktie im vorbörslichen Geschäft klettert nun um 2,4% in die Höhe. Ähnlich wie der CS erging es der Deutschen Bank, die sich mit der US-Justizbehörde zu Zahlungen von 7,2 Mrd USD geeinigt hat. Bei der deutschen Grossbank war gar von einer Strafzahlung von 14 Mrd gesprochen worden.

Im Sog der guten Nachrichten aus der Bankenwelt avancieren auch die Papiere der UBS (+0,9%). Denn Good News gab es auch aus Italien, wo die Regierung für die in Schieflage geratene Bank Monte dei Paschi ein Rettungspaket geschnürt hat.

Derweil hat Galenica (kein vorbörslicher Kurs) den Pharmabereich, der im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden soll, weiter verstärkt. Vifor Pharma hat das Lizenzabkommen mit dem US-Biopharma-Unternehmen ChemoCentryx in der Behandlung von Nierenerkrankungen auf den Hemmstoff CCX140 ausgeweitet. Die Pharmatochter bezahlt für Entwicklungs- und Vermarktungsrechte im Voraus 50 Mio USD mit der Aussicht auf weitere Meilensteinzahlungen und umsatzbezogenen Lizenzgebühren.

Ein weiterer, wenn auch moderater Kursanstieg ist bei Actelion (+0,6%) angezeigt. In den beiden vergangenen Handelstagen hat die Aktie dank der Meldung zu neu aufgenommenen Gesprächen mit Johnson&Johnson kräftigen Auftrieb erhalten. Die Spitzen der beiden Unternehmen führen "exklusive Verhandlungen im Hinblick auf eine mögliche strategische Transaktion" nachdem zuvor solche Gespräche zeitweise abgebrochen worden waren.

Fester tendieren auch Novartis (+0,3%), wobei die Zulassung eines Linsensystems in der Augenheilsparte von Alcon die Kursentwicklung kaum beeinträchtigen dürfte. Die beiden weiteren Index-Schwergewichte Roche und Nestlé gewinnen je 0,1%.

Am breiten Markt haben eine Reihe von Unternehmen noch vor Weihnachten News publiziert. So liess beispielsweise die Bank Vontobel verlauten, dass sie sich mit den US-Behörden im Steuerstreit geeinigt hat und keine Busse bezahlen muss. Auch die nicht an der Börse kotierte Raiffeisen-Gruppe konnte den Streit ohne eine Bussenzahlung beilegen, wie es am Freitag hiess.

Zahlen zum ersten Halbjahr legte indessen die Immobiliengesellschaft Arundel vor. Und die VAT Group sowie Swissquote meldeten Anpassungen im Management.

mk/tp

(AWP)