Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert - Actelion fester erwartet

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Freitag eine wenig veränderte Eröffnung ab. Die Impulse der US-Märkte sind uneinheitlich. So hatte der Leitindex Dow Jones am späten Donnerstag seinen Versuch, näher an die Marke von 20'000 Punkten heranzuklettern, wieder aufgegeben und klar unter Tageshoch geschlossen. Die asiatischen Märkte zeigen sich derweil fester. Für etwas Bewegung dürfte im Tagesverlauf der letzte grosse Options-Verfallstermin des Jahres sorgen.
16.12.2016 08:45

Insgesamt sei die Volatilität an den Aktienmärkten kurz vor dem Jahresende recht tief, meint ein Marktanalyst. Die jüngsten Kursaufschläge seien durch die günstigen Wirtschaftdaten aus den USA massgeblich gestützt worden. Ausser der Sitzung der japanischen Notenbank von kommender Woche seien bis zum Jahresende nun aber keine wichtigen ökonomischen Daten mehr zu erwarten. Weiterhin würden nun Mittel aus den Bondmärkten in die Aktienmärkte abfliessen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr bei 8'213,99 Punkten und damit praktisch unverändert auf dem Schlussniveau des Vortages.

Klar fester stehen die Actelion-Titel (+4,2%), die bereits am Vortag einen Teil der Verluste seit dem Ausstieg von Johnson&Johnson aus dem Übernahmerennen wettgemacht hatten. Die Nachrichtenagentur Bloomberg sieht die Gespräche mit der französischen Sanofi in einer fortgeschrittenen Phase, wobei der Übernahmepreis weiterhin gut 30 Mrd CHF betragen dürfte. Der Preis könnte allerdings auch ein bedingtes Bezugsrecht einschliessen, das vom Erfolg von Pipeline-Medikamenten wie dem MS-Wirkstoff Ponesimod abhänge, heisst es.

Die weiteren Bluechip-Titel notieren im Bereich von 0,1% im Minus. Novartis hat die Übernahme der britischen Ziarco-Gruppe zu einem nicht genannten Preis mitgeteilt. Der Basler Pharmakonzern kann dank der Übernahme einen Wirkstoff zur Behandlung von Ekzemen in seine Pipeline aufnehmen und damit sein Dermatologie-Portfolio vergrössern. Der Agrokonzern Syngenta, der sich in einer Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina befindet, wird derweil in Hawaii von den Umweltschutzbehörden eingeklagt.

Die Bankentitel CS und UBS zeigen sich vorbörslich ebenfalls leicht im Minus. Am Vortag hatte vor allem die CS-Aktie starke Gewinne verbuchen können. Die UBS streicht laut einem Agenturbericht rund 20 Stellen in ihrem Asiengeschäft, wobei vor allem in Hongkong und Singapur betroffen seien. Titel von Banken hatten bereits am Vortag Unterstützung vom Zinsanstiegs-Fahrplan des Fed erhalten - höhere Zinsen dürften sich nicht zuletzt positiv auf das Kapitalmarktgeschäft der Finanzinstitute auswirken.

Die Swisscom-Titel werden von Morgan Stanley bei einem etwas höheren Kursziel weiterhin mit "Underweight" eingestuft. Die Analysten verweisen dabei vor allem darauf, dass sich der Telekomsektor im Vergleich zum Gesamtmarkt insgesamt enttäuschend entwickelt hat. Swisscom drohe zudem eine stärkere Konkurrenz im Mobilfunkbereich. Gleichzeitig bestätigt das Morgan Stanley-Research das "Overweight"-Rating für die im breiten Markt notierten Sunrise.

Am breiten Markt hat der Baukonzern Implenia die Übernahme der deutschen Bilfinger Hochbau mit rund 1'000 Mitarbeitenden vermeldet. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Derweil vermeldet der Versicherer Helvetia die Übernahme einer 70%-Mehrheit des Hypothekenvermittlers MoneyPark, der Preis beläuft sich auf 107 Mio CHF.

Beim Handels- und Dienstleistungskonzern DKSH kommt es zu einer Umbildung der Unternehmensspitze. Chief Operating Officer (COO) Bruno Sidler gibt seine Amt ab und wird das Unternehmen verlassen.

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(AWP)