Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert erwartet - China-Daten beruhigen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch kaum verändert in den Handel starten und nach der starken Aufwärtsbewegung des Vortages vorerst eine Verschnaufpause einlegen. Mit Spannung wird die in der Nacht auf Donnerstag anstehende dritte TV-Debatte im Kampf um das Präsidentenamt in den USA erwartet. Den Anlegern stellt sich dabei die Frage, ob Hillary Clinton im letzten TV-Duell gegen ihren republikanischen Widersacher Donald Trump ihren Vorsprung in den Umfragen ausweiten kann. Ein Wahlsieg Clintons dürfte die Verunsicherung an den Märkten dämpfen.
19.10.2016 08:45

Für Beruhigung an den Märkten dürften bereits am Berichtstag die jüngsten Konjunkturdaten aus China sorgen, wo die Wirtschaft im 3. Quartal wie erwartet und wie auch schon im Vorquartal um 6,7% gewachsen ist. Dabei seien die von der Regierung angestrebten Wachstumsziele erreicht worden, was den höheren Staatsausgaben sowie der lockeren Geldpolitik zuzuschreiben sei, meinen Ökonomen. Belastend wirkten dagegen die zuletzt schwachen Exporte. Gleichzeitig warnen andere Experten, dass die von der Regierung eingeleiteten Abkühlungsmaßnahmen im Immobilienmarkt Chinas Konjunktur in den kommenden Quartalen belasten dürften.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) bewegt sich bis um 08.20 Uhr mit -0,06% auf 8'069,93 Punkte kaum vom Fleck.

Bei den Blue Chips neigen die meisten Titel leicht zur Schwäche: So auch die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse, die um je 0,2% nachgeben. News gibt es in Sachen Bussenzahlungen. Dabei hat sich die CS laut Agenturmeldungen mit den italienischen Behörden wegen Beihilfe zur Steuerumgehung von Kunden offenbar auf eine Busse von rund 100 Mio EUR geeinigt.

Ebenfalls unter leichtem Abgabedruck stehen im vorbörslichen Geschäft die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche, die um je 0,1% nachgeben. Die Roche-Genussscheine könnten allenfalls im Handelsverlauf von der FDA-Zulassung des Medikaments Tecentriq bei der Behandlung von speziellem Lungenkrebs profitieren. Sowohl Roche als auch Nestlé werden am (morgigen) Donnerstag Quartalszahlen vorlegen.

Deutlich fester tendieren Adecco (+0,9%). Die Aktien des Personalvermittlers profitieren von Hochstufungen der CS (neu 'Outperform') und Kepler Cheuvreux ('Buy'). Der aktuelle Preis trage der nachhaltigen Dividende und dem Geschäftswachstum nicht ausreichend Rechnung, schreibt CS-Analyst Andy Gobler in seinem Kommentar.

Auch Richemont (+0,2%) und Swatch (+0,1%) verzeichnen leichte Kursgewinne. Diese dürften mit den "ermutigenden" Konjunkturdaten aus China im Zusammenhang stehen. Die chinesischen Kunden ist die wichtigste Käufergruppe von Uhren.

Im breiten gefassten Markt werden Barry Callebaut (+0,6%) mit der von Kepler vergebenen 'Kaufempfehlung' gesucht. Die Aktie sei wegen des hochmargigen Nicht-Leben-Geschäfts in der Schweiz ein exzellentes Investment sowohl auf mittlere als auch auf langfristige Sicht, begründet das Institut die Ratingerhöhung.

Deutliche Avancen zeigen auch Helvetia (+1,0%), nachdem der Broker Baader Helvea eine Kaufempfehlung für den Titel ausgesprochen hat. Die Aktie sei wegen des hochmargigen Nicht-Leben-Geschäfts in der Schweiz ein exzellentes Investment sowohl auf mittlere als auch auf langfristige Sicht, heisst es zur Begründung.

mk/uh

(AWP)