Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert erwartet - Novartis bleibt unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag mit etwas schwächeren Notierungen in Angriff nehmen und die Abwärtsbewegung der vergangenen Tage fortsetzen. Allerdings dürften sich die Abgaben in Grenzen halten. Belastet wird die Stimmung von eher schwachen Vorgaben aus den USA. Im Vorfeld der Amtseinführung Donald Trumps zum US-Präsidenten scheint die Euphorie an der Wall Street weiter zu schwinden und die Unsicherheit, ob Trump die hoch gesteckten Erwartungen tatsächlich erfüllen kann, wächst. Donald Trump wird am heutigen Freitag in Washington als neuer Präsident vereidigt und von besonderem Interesse wird seine Antrittsrede sein.
20.01.2017 08:50

Gleichzeitig warten die Börsianer auf Reden einiger Mitglieder der US-Notenbank Fed. Die Fed-Präsidentin Janet Yellen hatte sich in der Nacht auf Freitag bereits zu Wort gemeldet. Sie sieht die US-Geldpolitik auf Kurs und die schrittweise Anhebung der Zinsen durch die jüngsten Wirtschaftsdaten bestätigt. Leichte Unterstützung könnten die Märkte derweil von den etwas besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsdaten aus China erhalten. Das Bruttoinlandprodukt legte im vierten Quartal nach offiziellen Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8% zu. Demgegenüber haben Ökonomen mit einem Anstieg um 6,7% gerechnet.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr mit minus 0,04% nur minim tiefer bei 8'269,56 Punkten. Ende vergangene Woche lag der SMI noch bei 8'452 Stellen.

Bei den Blue Chips prägen die Kursverluste des Schwergewichts Novartis (-0,5%) wie bereits am Vortag das Bild im SMI. Am Donnerstag gingen die Novartis-Aktien mit einem Abschlag von 1,5% aus dem Handel. Belastend sei etwa Trumps-Amtseinführung, denn der neue US-Präsident habe bereits vor einer Woche mit einem kritischen Votum zu den Medikamentenpreisen die Pharma-Aktien unter Druck gesetzt. Zudem plage die Anleger vor dem Zahlenausweis von nächster Woche die Sorge vor einem durchwachsenen Jahresergebnis und zu guter Letzt hat die Capital Group die Beteiligung an Novartis auf gut 3,1% von zuvor knapp 5% gesenkt.

Auch Swiss Re (-0,6%) gehören im vorbörslichen Geschäft zu den grössten Verlierern. Die Aktien des Rückversicherers könnten am Berichtstag unter Druck kommen, nachdem die Deutsche Bank das Rating auf 'Hold' von 'Buy' gesenkt hat. Zwar erwartet der zuständige Analyst für das vierte Quartal 2016 ein insgesamt gutes Ergebnis sowie die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms und einen attraktiven Dividendenvorschlag. Doch all das werde die Märkte kaum überraschen, hiess es. Zudem fehle es derzeit an positiven Kurskatalysatoren.

Swisscom (-0,7%) werden derweil von einer deutlichen Kurszielsenkung um 30 CHF auf 420 CHF (Rating unverändert 'Underweight') belastet. Mit Blick auf den Schweizer Telekommarkt kommt der Analyst zum Schluss, dass die zunehmende Konkurrenz, regulatorische Bestimmungen und Technologiezyklen zu einem stetigen Abbau des Werts der Swisscom-Aktie geführt haben. Der Prozess werde anhalten und sich im laufenden Jahr möglicherweise noch beschleunigen. In die Gegenrichtung geht es mit Sunrise (+1,1%), die von JPMorgan mit 'Overweight' ins Anlageuniversum aufgenommen wurden.

Die Uhrenaktien von Richemont (+0,4%) und Swatch (+0,1%) dürften dank positiver Konjunktursignale aus China mit Kursgewinnen in den Tag starten. Wie die Manager der verschiedenen Richemont-Uhrenmarken am derzeit laufenden Genfer Uhrensalon durchblicken liessen, gewinnt der Markt Festlandchina zunehmend an Fahrt. Die Vorliebe der Chinesen für exklusive Uhren dürfte vor allem während den bevorstehenden Neujahrsfeierlichkeiten zum Ausdruck kommen. Syngenta stehen ohne News mit 0,5% im Plus.

Im breiten Markt hat der Urner Mischkonzern Dätwyler die Umsatzzahlen für das vergangenen Jahr vorgelegt und damit die Vorgaben der Analysten und die eigene Guidance verfehlt. Der seit Jahresbeginn neu amtierende CEO Dirk Lambrecht blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft und plant mit weiterem Wachstum. Weiter hat der Westschweizer Finanzbroker CFT für 2016 einen leichten Umsatzrückgang gemeldet.

mk/tp

(AWP)