Aktien Schweiz Vorbörse: Kaum verändert erwartet - Warten auf Opec-Entscheid

Zürich (awp) - Der Handel am Schweizer Aktienmarkt dürfte auch am Mittwoch erneut von Zurückhaltung geprägt sein, wobei mit einer kaum veränderten Eröffnung zu rechnen ist. Am Tag des Opec-Treffens richtet sich der Fokus der Anleger nach Wien, wo über die Reduktion von Förderquoten diskutiert wird. Zudem neigen die Börsianer im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts vom Freitag sowie dem Verfassungsreferendum in Italien vom Sonntag zur Vorsicht.
30.11.2016 08:45

Am Ölmarkt ist die Nervosität gross, denn heute treffen sich die Ölminister der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien mit dem Ziel, mit einer Drosselung der Produktion die Preise steigen zu lassen. Während sich der Iran nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen eine Kürzung stellt, deuten Aussagen des irakischen Ölminister Jabar al-Luaibi in eine andere Richtung. Am Nachmittag gibt dann der ADP-Report Hinweise auf die Lage am US-Arbeitsmarkt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.25 Uhr um 0,09% tiefer bei 7'838,15 Punkten. Beinahe alle vorbörslich gehandelten Aktien verlieren im Rahmen des Marktdurchschnitts an Wert.

Das gilt auch für Actelion (-0,1%). In den vergangenen Tagen ist viel über die Zukunft der Firma spekuliert worden: Zunächst katapultierten Ende letzter und zu Beginn dieser Woche die Gerüchte um eine Übernahme durch den US-Konzern Johnson & Johnson den Actelion-Kurs auf 190 CHF. Dann bremste im gestrigen Handel ein Bericht der "Financial Times" über eine mögliche Zusammenlegung von Geschäftsteilen den Aufwärtstrend, ehe von Agenturseite ein J&J-Angebot in Höhe von 246 CHF in den Raum gestellt wurde. Letztere Meldung trieb den Kurs am Dienstag bis auf 209 CHF.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche verlieren je 0,1%. In einer Sektorstudie hat die Deutsche Bank die Kursziele sowohl für Novartis als auch für Roche gesenkt, gleichzeitig aber die Ratings mit 'Hold' bzw. 'Buy' bestätigt. Das Jahr 2016 von Novartis sei durch das unterdurchschnittliche Abschneiden des potenziellen Blockbusters Entresto und den ausgebliebenen Turnaround der Augensparte Alcon geprägt, so die Studie. Für die Zukunft bleibe der Konzern aber breit aufgestellt. Bei Roche glaubt der Analyst weiterhin an die Produkt-Pipeline.

Auch die Titel von Nestlé oder der UBS geben um 0,1% nach, während die Abgaben bei der Credit Suisse oder bei Zyklikern wie ABB und Richemont mit 0,2% etwas höher ausfallen. Bei Aryzta (-0,2%) könnte es nach dem Kursanstieg in dieser Woche zu Gewinnmitnahmen kommen. Der Backwaren-Konzern hatte am Montag zwar schwache Zahlen zur Geschäftsentwicklung präsentiert, doch äusserte sich das Management zur Zukunft optimistisch.

Am breiten Markt macht der Technologiekonzern Oerlikon (vorbörslich: -0,1%) heute von sich Reden: Einerseits stärkt Oerlikon mit der Übernahme der deutschen Citim (Jahresumsatz 12 Mio CHF) den Bereich additive Fertigung und andererseits verliert die Gruppe Hans Ziegler als Veraltungsratsmitglied. Als Gründe für den sofortigen Rücktritt wurden laufende, auf seine Person bezogene Untersuchungen genannt. Ziegler scheidet deshalb auch aus dem Verwaltungsrat von Schmolz+Bickenbach aus.

Weiter haben die Aktionäre des Milchverarbeiters Hochdorf an der gestrigen ausserordentlichen Generalversammlung grünes Licht für die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der auf die Vermarktung von Babynahrung und Cerealien spezialisierten Pharmalys Laboratories gegeben. Und die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site hat für das 2015 übernommene ehemalige NZZ-Druckzentrum in Schlieren die Zühlke-Gruppe als Ankermieter gefunden.

mk/rw

(AWP)