Aktien Schweiz Vorbörse: Klares Plus erwartet - Geringere Zinsängste

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag klar im positiven Bereich eröffnen. Gemäss den vorbörslichen Signalen wird der Leitindex SMI gleich in der Startphase einen Grossteil der Vortagesverluste wettmachen. Als Grund gelten sehr positive Vorgaben von der Wall Street. Diese wiederum waren die Folge von abnehmenden Sorgen über eine baldige Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed.
13.09.2016 08:45

So hatte das Fed-Direktoriumsmitglieds Lael Brainard am Vorabend die zuletzt aufgekommenen Befürchtungen gedämpft. Es sei "Vorsicht" bei der Rückführung der lockeren Geldpolitik geboten, sagte sie. Am Freitag hatte sich der regionale Notenbankchef von Boston, Eric Rosengren, noch gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen und an der Wall Street für den stärksten Rutsch seit dem Brexit-Votum gesorgt. Am heutigen Dienstag beginnt wie üblich eine einwöchige Schweigephase der Notenbankmitglieder vor der Fed-Sitzung am 20. und 21. September.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,45% höher auf 8'243,09 Punkten. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Volatilität im Steigen begriffen ist. So machte der Schweizer Volatilitätsindex (VSMI), der die Funktion eines Angstbarometers hat, am Montag einen Sprung um satte 18%.

Sämtliche SMI-Titel notieren vorbörslich im Plus, und die Abweichungen vom Gesamtmarkt sind gering. Leicht überdurchschnittlich schneiden die Finanztitel und Zykliker ab, die am Vortag relativ starke Verluste erlitten hatten. Dazu zählen CS und UBS (je +0,6%) sowie ABB (+0,7%), Adecco (+0,6%) und LafargeHolcim (+0,5%). Auf der anderen Seite deutet die Tendenz bei Actelion, Geberit, Swisscom und Swiss Life (je +0,3%) auf eine leicht unterdurchschnittliche Entwicklung hin.

Neuigkeiten liegen von den Blue Chips nur wenige vor. So gab Schindler (+0,5%) die Übernahme eines Mehrheitsanteil an der Vertriebsfirma für XJ-Lifte in Singapur bekannt; Schindler ist seit 2014 Mehrheitsbesitzerin des chinesischen Liftbauers XJ, somit sei die Akquisition des Vertriebspartners eine "natürliche Konsequenz", schrieb der Konzern. Ausserdem hat der Life-Science-Konzern Lonza (+0,5%) die im August angekündigte Übernahme des US-Unternehmens InterHealth Nutraceuticals abgeschlossen.

Clariant-CEO Hariolf Kottmann unterstrich derweil die Bedeutung des chinesischen Marktes für den Spezialchemieunternehmens. Die Aktie steigt vorbörslich ebenfalls um 0,5%.

Swatch (+0,5%) und Richemont (+0,4%) reagieren vorbörslich nicht gross auf die neusten Wirtschaftsdaten aus China, einem der wichtigsten Märkte für die beiden Uhrenhersteller. Die Zahlen zeichnen ein wieder positiveres Bild der aktuellen Wirtschaftslage. Im August konnten sowohl die Industrieproduktion, als auch der Umsatz im Einzelhandel stärker als erwartet zulegen.

Am breiten Markt herrscht vergleichsweise viel Betrieb. Es liegen Resultate mehrerer Unternehmen vor. Die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Partners Group etwa hat im ersten Semester 2016 die Einnahmen und den Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten bei weitem übertroffen.

Ausserdem liegen Semesterzahlen des Immobilienunternehmens BFW und der Versicherung Vaudoise vor. Von der Biotechfirma Basilea (+1,0%) gibt es ein neues Lizenzabkommen, vom Pharmaunternehmen Santhera eine neue Studie und von der Glarner Kantonalbank Produktnews.

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(AWP)