Aktien Schweiz Vorbörse: Kleine Gewinne - nachlassende Zinserhöhungserwartungen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den vorbörslichen Indikationen zufolge mit angezogener Handbremse in die neue Woche starten. Nach den deutlichen Gewinnen vom Freitagnachmittag nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten würden die Kursfortschritte erst einmal konsolidiert, hiess es im Handel. Der schwache Beschäftigungsaufbau in den USA hatte die Erwartungen einer zeitnahen Leitzinserhöhung durch die Federal Reserve wieder etwas gedämpft.
05.09.2016 08:45

Auch die Anleger an der Wall Street hatten am Freitag zwar anfänglich ziemlich positiv auf die Signale vom Arbeitsmarkt reagiert, die Indizes gaben aber nach Handelsende in Europa einen guten Teil der Gewinne wieder ab. Entsprechend werden nun die Diskussionen über die Fortsetzung der US-Zinspolitik weitergehen, zumal die einzelnen Fed-Gouverneure ziemlich unterschiedliche Meinungen darüber zu haben scheinen. Händler rechnen am Montag allerdings mit einem eher ruhigen Handel, zumal die Aktienbörsen in den USA wegen eines Feiertages geschlossen sind.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) legt um 08.20 Uhr 0,09% auf 8'302,07 Punkte zu. Dabei notiert der überwiegende Teil der SMI-Werte 0,1% höher.

Wichtige bzw. kursbewegende Nachrichten sind am Montag absolute Mangelware, entsprechend sind auch keine grösseren Kursausschläge auf Einzeltitel-Basis zu erwarten. Auch von Analystenseite gibt es zum Berichtszeitpunkt kaum entscheidende Rating-Umstufungen oder Kurszielveränderungen.

News gab es zur Credit Suisse (+0,2%), die den SIX-Präsidenten Alexandre Zeller als Verwaltungsratspräsidenten ihrer Schweizer Tochter ernannt hat. Auf den 1. Oktober hin wechselt Zeller von der Finanzdienstleisterin und Börsenbetreiberin SIX zur Grossbank. Der zweite "Externe" im Aufsichtsgremium der Schweizer Tochter wird Peter Derendinger. Erwähnenswert ist zudem, dass auch CS-CEO Tidjane Thiam Einsitz im Verwaltungsrat des Schweizer Geschäfts nehmen wird.

Der Industriekonzern ABB hat derweil Guido Jouret zum Chief Digital Officer ernannt, und der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS hat eine im Juli angekündigte Übernahme der Compliance Certification Services in Taiwan abgeschlossen. Bei Titel notieren 0,1% höher.

Swatch-Chef Nick Hayek hat sich derweil am Wochenende in den Medien geäussert: Der Brexit und die damit verbundene Schwäche des britischen Pfundes wirkten sich positiv auf die Verkäufe des Uhrenherstellers in Grossbritannien aus, sagte er. "Der Brexit hat uns phantastische Resultate im Vereinigten Königreich gebracht", so Hayek wörtlich gegenüber der "Financial Times".

Im breiter gefassten Markt ziehen die Aktien des Erstversicherers Helvetia nach Halbjahreszahlen um 1,6% an. Der Gewinn lag Analysten zufolge trotz eines bescheidenen Anlageergebnisses leicht über den Erwartungen. Angetan zeigt man sich vom über den Erwartungen liegenden Ertragswachstum und dem starken Ergebnis im Segment Nichtleben.

Temenos steigen um 1,4%, nachdem Credit Suisse das das Anlagerating für den Bankensoftwareanbieter auf "Outperform" von "Neutral" und das Kursziel auf 71 von 48 CHF erhöht hat. Auslöser seien die starken Resultate für das zweite Quartal 2016, so der zuständige Analyst.

ra/rw

(AWP)