Aktien Schweiz Vorbörse: Knappes Minus erwartet - CS, Swisscom, Swiss Re fest

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstagmorgen ein knappes Minus zum Handelsstart ab. Angesichts schwächerer Vorgaben und einer Vielzahl an Unternehmensberichten halten sich Anleger zunächst zurück, heisst es. Die Wall Street hatte am Mittwoch ihre Verluste nach dem hiesigen Handelsschluss noch etwas ausgeweitet. In Asien tendieren die Märkte überwiegend etwas leichter.
03.11.2016 08:45

Die Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Zinsen dieses Mal nicht zu verändern und den Markt stattdessen auf einen Zinsschritt im Dezember vorzubereiten, hatte am Vorabend in den USA nur kurzzeitig für stärkere Abgaben gesorgt. Laut Händler haben sich die US-Währungshüter einen weiteren Puffer eingebaut, indem sie vor schwerwiegenden Ereignissen gewarnt haben. Zum jüngsten Ölpreis-Anstieg äusserte sich die Notenbank sehr zuversichtlich, was angesichts des aktuellen Preisrückgangs Fragen aufwerfen könnte, so der Händler weiter. Darüber hinaus gilt es hierzulande mit den Zwischenberichten der CS, Swiss Re oder Swisscom und einigen Unternehmen aus dem breiten Markt eine Vielzahl von Abschlüssen zu bewerten.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,09% tiefer bei 7'693,83 Punkten. Von den 20 SMI-Blue-Chips notieren 17 im Minus. Lediglich die drei Unternehmen Credit Suisse, Swisscom und Swiss Re, die allesamt über den jüngsten Geschäftsverlauf informiert haben, legen vorbörslich zu.

So hat die Grossbank CS (+1,0%) im dritten Quartal 2016 einen kleinen Gewinn erzielt. Bei Bernstein nennt der zuständige Analyst die Zahlen gemischt. So sei vor allem im Private Banking die Marge stark abgesackt. Gleichzeitig habe die Bank eine starke Kosten-Performance hingelegt.

Die Aktien der UBS (-0,3%) und auch von Julius Bär (-0,2%) können von der vorbörslich freundlichen Tendenz nicht profitieren und geben nach.

Der Rückversicherer Swiss Re (+2,1%) wiederum hat im dritten Quartal 2016 wie erwartet einen tieferen Gewinn erzielt, die Marktvorgaben hat die Gruppe jedoch übertroffen. "Exzellent" lautet der erste Kommentar des Analysten von Kepler Cheuvreux. Der Nettogewinn habe die Erwartungen des Marktes klar übertroffen.

Wie gewohnt stabil hat sich der Telekomkonzern Swisscom (+1,9%) in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres entwickelt. Der Umsatz hat wie von Analysten prognostiziert stagniert, während der Gewinn stärker als erwartet stieg. Die Zahlen selbst seien mehr oder weniger wie erwartet, kommentieren die Experten von Jefferies. Stärkerer Druck sei im Roaming-Geschäft auszumachen.

Mit Dufry (+1,7%) hat sich am Morgen noch ein weiterer SLI-Blue-Chip zu Wort gemeldet. Der Reisedetailhändler hat in den ersten neun Monaten dank der vollen Konsolidierung von World Duty Free (WDF) den Umsatz deutlich gesteigert. Unterm Strich blieb aufgrund der Integrationskosten aber wie erwartet nur ein minimaler Gewinn. Bei Baader Helvea nennt man die Entwicklung positiv. Vor allem beim Freien Cashflow habe Dufry sehr gut abgeschnitten.

Als tendenzielle Belastungsfaktoren könnten sich einmal mehr die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé (alle -0,2%) erweisen, die allesamt etwas stärker als der Gesamtmarkt nachgeben. Noch deutlicher geben vorbörslich erneut Zykliker ab, allen voran Adecco (-0,4%), ABB (-0,3) und Swatch (-0,3%).

Aus dem Gesundheitssektor meldete sich am Morgen noch Actelion (Aktie -0,2%) zu Wort. Das Unternehmen erwirbt von dem privaten US-Unternehmen ReveraGen den Wirkstoff Vamorolone, der zur Behandlung von Muskeldystrophie Duchenne (DMD) eingesetzt werden kann. Vorbörslich tendieren im breiten Markt mit Sonova und Basilea (beide -0,2) noch weitere gesundheitsunternehmen tendenziell schwächer. Der Sektor ist kurz vor der US-Wahl immer wieder unter Druck, da nicht sicher ist, wie sich die Preise in den USA nach der Präsidentschaftswahl entwickeln werden.

hr/cf

(AWP)