Aktien Schweiz Vorbörse: Konsolidierung dürfte anhalten

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich eine Fortsetzung der jüngsten Konsolidierung ab. Bereits zum Wochenstart hatten alle wichtigen Aktienmärkte in Europa leichte Verluste erlitten. Dies wurde damit erklärt, dass viele Investoren nach den Avancen der Vorwoche ihre Gewinne ins Trockene bringen wollten. Der SMI notiert trotz der neuerlichen Verluste aber noch immer über dem Vor-Brexit-Niveau.
05.07.2016 08:45

Die Brexit-Sorgen rücken zwar immer weiter in den Hintergrund, sollten aber nicht verdrängt werden, meinen Marktbeobachter. Die Unsicherheiten rund um Grossbritannien hätten aber auch die Hoffnung auf geldpolitische Massnahmen der Notenbanken geweckt. Die Vorgaben sind derweil wenig richtungsweisend: Während die US-Börsen am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieben, tendieren sie in Japan etwas tiefer. Am Nachmittag werden noch aus den USA Zahlen zum Auftragseingang der dortigen Industrie erwartet.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,16% tiefer auf 8'043,48 Punkten. Die vorbörslich gestellten SMI Werte notieren mehrheitlich im Bereich von -0,1% bis -0,3%.

Nachrichten sind am Berichtstag Mangelware. Umso mehr kommen Analystenvoten zum Tragen, wie etwa bei Adecco, die sich um 1,0% verbilligen. Laut Händlern empfiehlt Morgan Stanley die Papiere neu zum Verkauf. Die Aktien des Personaldienstleisters hatten stark unter dem "Brexit" gelitten; Grund ist das starke UK-Exposure des Unternehmens.

Ebenfalls relativ stark in Grossbritannien engagiert ist LafargeHolcim (-0,2%). Für das zum Verkauf stehende Geschäft Lafarge India des Zementherstellers sind laut einer indischen Wirtschaftszeitschrift bisher fünf definitive Gebote eingegangen. Die Offerten lägen dabei mit 1,15 Mrd bis 1,29 Mrd CHF etwas unter den ursprünglichen Preisvorstellungen.

Bei den zuletzt ebenfalls stark volatilen Bankaktien gibt es News zur UBS (-0,2%): Die Grossbank muss Informationen zu Kunden aus Frankreich an die Steuerverwaltung liefern. Auslöser ist eine Anfrage für internationale Amtshilfe in Steuersachen aus Frankreich. Die UBS will jedoch vom Bundesverwaltungsgericht prüfen lassen, ob das von Frankreich angestrebte Amtshilfeverfahren zulässig ist.

Julius Bär (-0,1%) hat derweil den im Dezember 2015 angekündigten Kauf der Commerzbank International S.A. Luxembourg (CISAL) abgeschlossen.

Die Swisscom (-0,2%), respektive deren Tochter Fastweb, ist dagegen offenbar aus dem Rennen um Mobilfunkkapazitäten in Italien. Die stehen zum Verkauf, sollten sich in dem Land die Mobilfunkmarken "Wind" und "3 Italia" verschmelzen. Es gebe nur noch exklusive Gespräche mit dem französischen Iliad-Konzern, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend. Iliad ist das Unternehmen des Franzosen Xavier Niel, der unter anderem auch den Schweizer Anbieter Salt besitzt.

Einziger SMI-Wert mit einem kleinen positiven Vorzeichen sind die Papiere des Warenprüfers SGS (+0,1%). Für diese hat das Aktienresearch der Société Générale das Kursziel erhöht. Der zuständige Analyst hat im Vorfeld der Halbjahreszahlen seine Schätzungen erhöht.

Im breiten Markt richten sich die Blicke auf Sulzer, die vorbörslich wenig auffällig um 0,2% leichter tendieren. Die Aktien des Industriekonzerns hatten am Montag nach einer Akquisition zweistellig zugelegt; auch hier seien daher grössere Gewinnmitnahmen wohl nicht auszuschliessen, heisst es im Handel.

ra/sig

(AWP)