Aktien Schweiz Vorbörse: Kräftige Erholung erwartet - Clinton-Hoffnungen stützen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte sich zu Beginn der neuen Woche von den zuletzt erlittenen Kurseinbussen erholen und den Handel höher eröffnen. Für gute Stimmung am Markt sorgen die jüngsten Entwicklungen in Sachen US-Präsidentschaftswahlen und die Hoffnung, dass Hillary Clinton im Rennen gegen den republikanischen Widersacher Donald Trump am Ende die Nase vorne haben wird. Die Demokratin wurde in der e-Mail-Affäre entlastet und hatte bereits zuvor in Umfragen leicht dazugewonnen. In der Schweiz überzeugt derweil das Biopharma-Unternehmen Actelion mit guten Studiendaten zum Wirkstoff Macitentan.
07.11.2016 08:45

Im Vorfeld der an diesem Dienstag anstehenden US-Wahl steigt die Nervosität an den internationalen Finanzmärkten zunehmend. Sollte Trump an die Macht kommen, rechnen Händler mit deutlichen Verwerfungen an den Börsen. Nun erhält aber die Clinton-Kampagne Rückenwind: Am Sonntag hatte die US-Bundespolizei FBI mitgeteilt, dass auch eine zweite Runde von Ermittlungen in der e-Mail-Affäre keine Anhaltspunkte für ein kriminelles Verhalten der Demokratin ergeben habe. Nebst der US-Wahl bleibt auch die US-Geldpolitik im Fokus der Anleger. Nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen vom Freitag sei eine Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed im Dezember "nochmals wahrscheinlicher" geworden, hiess es.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,85% höher bei 7'655,88 Punkten.

Actelion klettern im vorbörslichen Geschäft mit 2,0% am stärksten in die Höhe. In der Phase II-Studie MERIT hat der Wirkstoff Macitentan bei Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie den primären Endpunkt erreicht. Die beobachtete Wirksamkeit sei über alle Behandlungsgruppen hinweg konstant gewesen, hiess es.

Ansonsten sind News von Seiten der Schweizer Blue-Chips-Unternehmen dünn gesät. Von starken Erholungstendenzen dürften vor allem Zykliker und Finanzwerte profitieren und so gewinnen ABB, Adecco und Credit Suisse vorbörslich je 1,1%, während LafargeHolcim um 1,2% und UBS gar um 1,4% zulegen können. Vor allem die Aktionäre der CS können aufatmen, nachdem die Titel in der Vorwoche nach Vorlage der Quartalszahlen um über 13% eingebrochen sind. Derweil sind die Titel des Konkurrenten UBS von HSBC in die 'Europe Super Ten'-Liste aufgenommen worden.

Für die einzigen Gewinneraktien der Vorwoche, Richemont, dürfte es derweil weiter nach oben gehen. Optimistische Aussagen des Managements zur Entwicklung des Geschäfts im Monat Oktober und die Neuordnung des Managements haben die Titel des Uhren- und Schmuckherstellers über die Woche gesehen um 2,4% in die Höhe getrieben - nun liegen sie mit +1,2% erneut gut im Plus. Verschiedene Banken (UBS, Citigroup, Vontobel, Kepler, Deutsche Bank, Barclays, Goldman Sachs) haben ihre Kurszielerwartungen angehoben.

Die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche legen mit je plus 0,7% nicht ganz so stark zu wie die restlichen Blue Chips. Dabei könnten die Roche-Genussscheine von der Ankündigung des Starts einer Phase-III-Studie mit Tecentriq bei Hautkrebs profitieren.

Im breiten Markt haben lediglich Beteiligungsgesellschaften wie New Venturetec, Pargesa oder PEH (kein vorbörslicher Handel) Zahlen vorgelegt. An der Spitze des Biotechnologie-Unternehmens Molecular Partners ist es zu einem Wechsel gekommen. CEO und Mitgründer Christian Zahnd erklärte als gesundheitlichen Gründen seinen sofortigen Rücktritt. Die Nachfolge Zahnds tritt Patrick Amstutz an, der bei Molecular Partners als Chief Business Officer und Chief Operating Officer geamtet hat.

mk/ra

(AWP)