Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht positive Tendenz - Geberit und Galenica im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag etwas fester in den Handel starten. Praktisch neutrale Vorgaben liefern die Märkte in den USA und in Asien. Gemäss Händlerkommentaren ist die mit ziemlicher Sicherheit am Mittwoch erfolgende US-Leitzinserhöhung eingepreist. In Europa sorge vielmehr die Politik für Zurückhaltung, heisst es. In den Niederlanden stehen am Mittwoch für die EU wegweisende Parlamentswahlen an. Und in Grossbritannien hat Premierministerin Theresa May vom Parlament nun grünes Licht für den Brexit bekommen.
14.03.2017 08:49

In der Schweiz läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Mit Geberit und Galenica haben am Berichtstag zwei Blue Chips ihr Zahlenwerk für 2016 vorgelegt. Auch zahlreiche kleinere Unternehmen aus dem breiten Markt haben zum Geschäftsgang im vergangenen Jahr rapportiert.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,19% höher bei 8'699,92 Punkten, wobei fast alle Valoren zulegen können.

Die klare Ausnahme bei den SMI-Werten bilden die Titel von Geberit, die vorbörslich um 1,2% sinken. Zwar hat der Sanitärtechnik-Konzern im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn auf allen Stufen klar gesteigert. Entsprechend wird auch die Dividende erhöht und ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang bis zu 450 Mio CHF lanciert. Allerdings hat Geberit mit den Zahlen die - gewohnt hohen - Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht und bleibt hinter den Prognosen zurück.

Der von Sondereffekten geprägte Jahresabschluss von Galenica (keine vorbörslicher Kurs) wird von Experten neutral eingestuft. Der Pharma- und Apothekenkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen tieferen Gewinn erzielt als im Vorjahr. Grund ist eine buchhalterische Belastung durch die im vergangenen Jahr angekündigten Übernahme des US-Unternehmens Relypsa. Dennoch schlägt der Verwaltungsrat eine höhere Dividende zur Auszahlung vor. Begrüsst wird hingegen die geplante Publikumsöffnung von Galenica Santé. Die Experten versprechen sich davon positive Kursimpulse.

Im Plus liegen die drei Schwergewichte: Die Pharmavaloren Roche und Novartis sowie Nestlé legen vorbörslich zwischen 0,1% und 0,6% zu.

Auf der Gewinnerseite stehen auch Swatch (+0,9% auf 352,50 CHF), nachdem die Analysten der CS das Kursziel um 40 auf 260 CHF erhöht haben. Weil das Kursziel nach wie vor weit unter dem aktuellen Preis liegt, belässt der zuständige Experte die Valoren auf 'Underperform'. Obwohl der Markt davon ausgehe, dass die Uhrenindustrie im Jahr 2017 wieder bessere Resultate erzielen werde, glaube er, dass der Sektor nach wie vor einige Herausforderungen zu meistern habe. Die Titel des Konkurrenten Richemont legen vorbörslich um 0,8% zu.

LafargeHolcim (+0,1% auf 58,40 CHF) profitieren von einer positiven Einschätzung der Deutschen Bank. Der zuständige Experte hebt das Kursziel auf 68 von zuvor 66 CHF und bekräftigt seine Einstufung 'Buy'. Die Lage auf dem amerikanischen Zementmarkt habe sich verbessert, in Nigeria gäbe es Zeichen von Erholung und einen signifikanten Beitrag leiste auch das Briska-Projekt in Algerien, sagt der Analyst.

Im breiten Markt präsentierten diverse Unternehmen ihre Resultate. Mehr als im Vorjahr verdienten der Verbindungstechniker Huber + Suhner, der Messtechnik-Hersteller Inficon, die Liechtensteinische Landesbank (LLB) und die Pharmagruppe Siegfried, die ihre Aktionäre allesamt mit höheren Dividenden beglücken.

Ebenfalls mehr bzw. mindestens 40% des Gewinns ausschütten will Rieter, obwohl der Spinnereimaschinen-Hersteller im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger verdient hat. Gar in die roten Zahlen zurückgefallen ist Drehmaschinenproduzent Tornos.

pr/tp

(AWP)