Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefer erwartet - Blick auf britische Notenbank

Zürich (awp) - An der Schweizer Börse zeichnet sich eine leicht tiefere Eröffnung ab. Die Vorgaben aus den US-Börsen sind neutral, nach Börsenschluss in Europa haben sich die Indizes nur noch leicht nach oben bewegt. Nach drei Tagen der Rekordjagd scheine den Investoren an der Wall Street etwas der Schnauf ausgegangen zu sein, hiess es. Die Signale der asiatischen Börsen sind uneinheitlich.
14.07.2016 08:41

Am heutigen Handelstag geht der Blick aber nach Grossbritannien, wo die britische Premierministerin Theresa May die wichtigsten Posten der neuen Regierung besetzt hat. Im Zentrum des Marktinteresses steht die Bank of England (BoE), die kurz nach Mittag ihre Zinsentscheidung bekannt geben wird. Eine Mehrheit der Beobachter erwartet, dass die Notenbank auf den "Brexit-Schock" nun bereits an diesem Donnerstag mit einer Senkung der Leitzinsen reagiert. Hierzulande nimmt derweil die Berichtssaison mit der Zahlenvorlage einiger Unternehmen aus dem breiten Markt etwas Fahrt auf.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,13% tiefer bei 8'131,36 Punkten. Dabei wird das Gros der Blue Chips mit einem Abschlag von 0,2 bis 0,3% gehandelt.

Zu den spärlicheren Gewinnern im vorbörslichen Handel gehören Novartis (+0,1%), während Roche (-0,2%) abgeben. Die Analysten von Jefferies haben in einer Branchenstudie ihre Kaufempfehlungen für beide Pharmatitel bekräftigt, Novartis sei aber weiterhin der bevorzugte Wert in Europa. Die Novartis-Generikatochter Sandoz gab die Zulassung eines Biosimilars für das Rheumamittel Enbrel bekannt, während die Augenheiltochter Alcon eine "multifokale Kontaktlinse" vor allem für ältere Menschen lanciert.

Auch die Titel des Agrokonzerns Syngenta (+0,3%), für den ein Kaufangebot aus China vorliegt, notieren fester. Bei den Agrounternehmen dreht sich derweil das Übernahmekarussell weiter. Der US-Konzern Monsanto, der von der deutschen Bayer umworben wird, hat offenbar Gespräche mit BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrochemie-Sparten wieder aufgenommen. Marktbeobachter interpretierten die Überlegungen über eine Übernahme des entsprechenden BASF-Geschäfts als "Giftpille" in den Übernahmeverhandlungen.

Leicht im Plus stehen zudem die Aktien des Versicherers Swiss Re (+0,1%). Das Aktienresearch von Bernstein hat im Nachgang der Brexit-Abstimmung seine Einschätzung "Marketperform" bei einem leicht angehobenen Kursziel bestätigt. Im Minus notieren dagegen Swiss Life (-0,1%) und Zurich (-0,3%).

Auch Zykliker wie ABB, Adecco und LafargeHolcim (je -0,3%) stehen vorbörslich etwas unter Druck. Abschläge zeichnen sich zudem für die Grossbanken-Werten CS und UBS (beide -0,3%) ab, die am Vortag noch uneinheitlich geschlossen hatten. Trotz den in zahlreichen Zeitungsberichten aufgebauten Erwartungen hat sich die singapurische Börsenaufsicht MAS bisher nicht zu den möglichen Verwicklungen der UBS in den Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB geäussert.

Am breiten Markt hat der Dentalimplantathersteller Straumann (-0,2%) mitgeteilt, seine Kaufoption für den südkoreanischen Implanthathersteller MegaGen auszuüben. Allerdings muss zur Bestimmung des Kaufpreises noch ein Schiedsgericht in Seoul angerufen werden. Straumann hatte sich die Kaufoption im Jahr 2014 gesichert.

Der Private Equity-Anbieter Partners Group (kein Kurs) hat für das erste Halbjahr 2016 einen deutlichen Anstieg der Kundennachfrage und der verwalteten Vermögen vermeldet. Mit den Zahlen hat der Anbieter die Erwartungen am Markt insgesamt übertroffen. Zudem hat Partners Group seine Prognose für die Kundennachfragen für das Gesamtjahr nach oben angepasst.

Einen klaren Umsatzanstieg hat das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard vermeldet, wobei die Erwartungen der Analysten minim höher lagen. Das Pharmaunternehmen Santhera vermeldet dagegen einen Rückschlag bei einem Zulassungsantrag für sein Medikament Raxone in den USA. Das Biopharma-Unternehmen Addex wird derweil von der SIX wegen fehlerhafter Halbjahres- respektive Jahresabschlüssen gerügt.

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(AWP)