Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Eröffnung erwartet - Syngenta im Minus

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich gemäss vorbörslicher Indikationen am Freitag eine etwas schwächere Handelseröffnung ab. Der SMI war nach einem starken Mittwoch bereits am Vortag leicht zurückgefallen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Vortag keine neuen Hinweise für die weitere Geldpolitik in der Eurozone geliefert. Er habe sich vielmehr alle Optionen offen gehalten und weder die Zinssätze noch die Parameter des Anleihekaufprogramms angetastet, hiess es unter Händlern.
22.07.2016 08:45

Auch an der Wall Street kam es zur Verschnaufpause nach neun freundlichen Handelstagen mit vielen Rekorden. Auf die Stimmung in den USA drückten enttäuschende Quartalsbilanzen grosser Namen. Zudem waren einige Konjunkturdaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben. In der mit zahlreichen Firmenabschlüssen befrachteten Woche präsentierten auch zum Wochenschluss noch acht Schweizer Unternehmen Zahlen zum Geschäftsverlauf - darunter meist beachtet Syngenta. Frische Impulse könnten dem Markt am Freitag noch Einkaufsmanager-Daten aus der Eurozone und den USA liefern.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,28% tiefer bei 8'159,19 Punkten.

Syngenta (-1,2%) sind nach Halbjahreszahlen mit Abstand tiefer gestellt. Der Agrochemiekonzern hat deutlich weniger Umsatz und Gewinn gemacht als im Vorjahr und damit die Erwartungen am Markt verfehlt. Die Rede war von schwierigen Marktbedingungen: niedrige Rohstoffpreise sowie wirtschaftliche und währungsbedingte Herausforderungen.

Etwas über dem Durchschnitt verlieren vorbörslich noch Richemont (-0,8%). Swatch (-0,3%) tendieren nach der Zahlenvorlage am Vortag und einem am Ende leicht festeren Kurs im Rahmen des Gesamtmarktes. Am Donnerstag war auch bekannt geworden, dass im Juni die Uhrenexporte weiter eingebrochen sind. Der Abwärtstrend hat sich zuletzt gar wieder beschleunigt.

Roche und Actelion (je -0,2%) - ebenfalls mit Abschlüssen am Vortag - notieren in etwa im Rahmen des Gesamtmarktes. Das gilt auch für die beiden anderen Schwergewichte Novartis und Nestlé (-0,2%).

Besser halten sich unter den SMI/SLI-Titeln dagegen ABB (unv.), nachdem die Titel bereits am Vortag das grösste Plus von mehr als 2% erreicht haben. Analysten waren besonders von der gesteigerten Profitabilität im zweiten Quartal angetan. Deutsche Bank erhöht im Nachgang auf "Hold" von zuvor "Sell".

Lonza (+0,7%) verzeichnen als einzige Ausnahme gar ein kleines Plus.

Am breiten Markt sind Lindt&Sprüngli (PS -0,9%) nach dem Halbjahresrapport belastet. Der Schokoladehersteller hat mehr umgesetzt und verdient und die strategischen Jahresziele bestätigt. Allerdings liegen die vorgelegten Zahlen beim organischen Wachstum unter den Schätzungen. Der Gewinn traf die Erwartungen.

GAM (unv.) halten sich hingegen auf Vortagesniveau, nachdem RBC auf "Sector Perform" von "Underperform" erhöht hat.

Darüber hinaus haben noch kleinere Unternehmen wie SFS, CFT, BB Biotech oder Cassiopea Bericht erstattet - ohne vorbörsliche Kurse.

ys/cp

(AWP)