Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Eröffnung erwartet - Zurückhaltung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt könnte am letzten Handelstag der Woche verhalten bis schwächer in den Handel starten - vor einem ereignisreichen Wochenende. Der SMI würde damit auch dem insgesamt eher schwachen Trend der Überseebörsen folgen. Bereits am Vortag ging es beim Schweizer Leitindex deutlich runter, und das Wochenminus beläuft sich derzeit auf -1,2%. Am Sonntag entscheiden die Italiener über ein Verfassungsreferendum und damit letztlich auch über die Zukunft von Regierungschef Matteo Renzi.
02.12.2016 08:45

Eine Regierungskrise könnte der ohnehin schwer angeschlagenen italienischen Wirtschaft weiter schaden - mit Folgen für die gesamte europäische Währungsunion. Die Sorgen um den südeuropäischen Staat seien gross, heisst es am Markt. Gleichzeitig findet am Wochenende in Österreich eine Präsidentschaftswahl mit Signalwirkung statt. Die Vorsicht der Anleger sei angesichts der Überraschungen bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen durchaus nachvollziehbar, so ein Beobachter. Zuvor steht am Freitagnachmittag auch noch der US-Arbeitsmarktbericht für November im Fokus.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,09% tiefer bei 7'772,27 Punkten. Die Blue Chips tendieren zwischen -0,1% und -0,2%.

Auch Swiss Re (-0,1%) sind am Tag des Investorentags vorbörslich wenig bewegt. Der Rückversicherer hält an seinen für den laufenden Zyklus gesetzten Zielen fest und will weiteres Kapital an Aktionäre zurückführen. "Wir sind entschlossen, unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen", sagte CFO David Cole im Vorfeld des Events. Und: Die Höhe der ordentlichen Dividende soll entsprechend der langfristigen Ertragsentwicklung gesteigert oder zumindest gehalten werden.

Innerhalb der Bankenbranche könnten die jüngst deutlich gestiegenen Ölpreise nach der OPEC-Einigung auf eine Kürzung der Förderung zu einer besseren Stimmung beitragen, wie am Markt kommentiert wird. Befürchtungen über Kreditverluste durch angeschlagene Energieunternehmen würden abnehmen. Auch könnten Rückstellungen bei den Instituten mit Exposure im Ölgeschäft aufgelöst werden. Die Ölpreise stehen vor dem stärksten Wochengewinn seit Februar. UBS, CS und Julius Bär (je -0,1%) tendieren im Rahmen des Gesamtmarkts.

Für UBS zog das Research von Credit Suisse indes das Kursziel nach oben nach und bestätigte die "Neutral"-Bewertung. Nach einem schwierigen ersten Halbjahr hätten sich die Aktien der europäischen Banken in der zweiten Jahreshälfte klar erholt, so die Meinung. Dies gelte insbesondere für die Anteilsscheine der UBS, die seit den Präsidentschaftswahlen in den USA nochmals starke Kursgewinne verzeichnet haben.

Auch die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche (-0,1%) könnten etwas tiefer eröffnen. Sowohl für Nestlé als auch Aryzta (-0,2%) bestätigte Goldman Sachs am Morgen die Kaufempfehlung. Während für Nestlé das Kursziel gesenkt wurde, wurde es dagegen für Aryzta erhöht. Unter dem Strich sehen die Analysten für den Konsumgütersektor allerdings weitere Risiken, zudem blieben die strukturellen Herausforderungen bestehen und könnten das Wachstum bremsen. So schwächele das Wachstum in den Schwellenländern weiterhin und in den Industriestaaten herrsche Preisdruck.

Am breiten Markt sind Barry Callebaut (-3,1%) vorbörslich von einer Rating-Herabstufung auf "Sell" von Goldman Sachs belastet. Dagegen stehen Basilea (+0,9%) klar fester, nachdem das Biotechunternehmen eine klinische Studie mit dem Onkologie-Medikamentenkandidaten BAL101553 erweitert hat.

ys/cp

(AWP)