Aktien Schweiz Vorbörse: Leicht tiefere Kurse erwartet - Fokus auf Fed-Minutes

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Mittwoch mit etwas tieferen Kursen eröffnen. Nach den Gewinnmitnahmen des Vortages könnte es somit im Leitindex SMI zu weiteren Abgaben kommen. Auch die Wall Street hatte am Vorabend nach der Rekordjagd der vergangenen Tage eine Verschnaufpause eingelegt und tiefer geschlossen. Die Abgaben hielten sich mit Blick auf die steigenden Ölpreise jedoch in Grenzen und auch in Asien war am Morgen eine insgesamt freundliche Stimmung an den wichtigsten Börsen auszumachen. Es fehle derzeit an impulsgebenden Nachrichten, die den Märkten die Richtung vorgeben, meinen Händler.
17.08.2016 08:45

Die Blicke der Anleger sind am Berichtstag auf die US-Geldpolitik gerichtet. Am Abend wird die Notenbank Fed das Protokoll der Juli-Sitzung publizieren, und die Anleger werden darin nach Hinweisen zum geldpolitischen Kurs suchen. Die sogenannten Minutes könnten aufzeigen, ob die Anleger entgegen den Erwartungen doch noch mit einem nächsten Zinsschritt im Dezember rechnen müssen, so ein Marktbeobachter. Bereits am Dienstag hatte der New Yorker Notenbank-Präsident William Dudley darauf hingewiesen, dass die Zinsen allenfalls gar im September angehoben werden könnten. Später doppelte Dennis Lockhart nach. Auch der Präsident der Notenbank von Atlanta schloss eine Zinserhöhung im laufenden Jahr nicht aus.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,10% tiefer bei 8'207,23 Punkten. Bei den Blue Chips sind kaum börsenrelevanten News auszumachen und so bewegen sich die vorbörslichen Kursverluste im Bereich von 0,1 bis 0,2%.

Um je 0,1% geben beispielsweise die Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé nach. Vor allem die Pharmawerte hatten am Dienstag grössere Kurseinbussen verzeichnet. Nebst Umschichtungen von defensiven Werten in konjunktursensitive Aktien belastete auch die Abstufung des europäischen Pharmasektors durch KeplerCheuvreux das Sentiment etwas. Bei Nestlé blicken die Anleger bereits auf die morgige Zahlenpublikation.

Unterschiedlich hatten die Anleger am Dienstag auf die Zahlen von Geberit und Schindler reagiert. Während Geberit um 4,6% zulegten, büssten die Partizipationsscheine von Schindler deutliche 4,4% ein. Am Mittwoch bewegen sich die beiden Titel mit jeweils -0,1% vorbörslich noch kaum vom Fleck, was sich aber mit der Eröffnung des regulären Handels ändern könnte. Bei Geberit hat HSBC das Kursziel deutlich angehoben, das Anlagerating aber auf "Hold" belassen.

Wie schon am Vortag haben am breiten Markt erneut einige Unternehmen die Geschäftszahlen vorgelegt. Die Aktien von Meyer Burger avancieren im vorbörslichen Geschäft mit 3,2%. Der Solarzulieferer hat den Verlust im ersten Halbjahr deutlich verringert und sieht sich auf Kurs, im laufenden Jahr auf EBITDA-Ebene den Break Even zu erreichen. Zudem sei die Refinanzierung der Anleihe mit Ablauf im Jahr 2017 in vollem Gange, versicherte das Unternehmen.

Weiter hat das Technologieunternehmen Ascom (kein vorbörslicher Kurs) für das erste Halbjahr einen tieferen Umsatz und wie angekündigt einen Verlust ausgewiesen. Noch ist unklar, was mit der verlustbringenden Sparte Network Testing geschehen wird. Besser lief es bei der St.Galler Kantonalbank, die die Erwartungen der Analysten sowohl mit dem Ertrag als auch auf Gewinnebene übertraf. Weiter legten auch noch Hochdorf und Cicor Zahlen vor.

Festere Notierungen sind bei Basilea zu erwarten (+1,9%). Das Basler Biotechunternehmen ist mit Hikma eine Vertriebsvereinbarung für sein Antimykotikum Cresemba (Isavuconazol) im Nahen Osten und Nordafrika eingegangen.

mk/ys

(AWP)