Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Erholung nach drei negativen Handelstagen

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag nach drei negativen Handelstagen in Folge eine leichte Erholung ab. Positive Vorgaben kommen von den US-Märkten, wo die Indizes am Vorabend nach Börsenschluss in Europa noch in die Pluszone gedreht und mit Gewinnen geschlossen hatten. Unterstützung für die Aktienmärkte bieten auch wieder anziehende Ölpreise. Von den asiatischen Börsen kommen derweil allerdings gemischte Signale.
07.07.2016 08:45

In den USA hätten die Anleger wieder etwas Zuversicht gefasst, dass die US-Wirtschaft unmittelbar negative Effekte durch den Brexit abwehren könne, hiess es. Etwas stabilisiert zeigt sich am Morgen zudem das britische Pfund, das in Marktkreisen nun als Krisenbarometer angesehen wird. Am Mittwoch hatte die britische Währung zum US-Dollar noch den tiefsten Stand seit 1985 erreicht. Für Bewegung könnten im Tagesverlauf noch Konjunkturdaten aus Europa sowie aus den USA sorgen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,29% im Plus auf 7'921,02 Punkten.

Die am Vortag europaweit arg gebeutelten Bankenaktien UBS und CS (je +0,4%) zeigen sich etwas über dem Marktschnitt. Die Aktie der Credit Suisse (CS) hatte am Vortag unter breitem medialen Echo die Marke von 10 CHF unterschritten - in mehreren Publikationen wird über Wechsel an der Führungsspitze der zweitgrössten Schweizer Bank spekuliert.

Die Versicherungstitel Zurich (+0,3%) sowie Swiss Life (+0,2%) und Swiss Re (je +0,3%) dürften sich von den klaren Vortagesverlusten ebenfalls etwas erholen. Zurich hat den Verkauf einer Tochtergesellschaft in Südafrika bekanntgegeben, nachdem der Versicherer im Vormonat bereits Gesellschaften in Marokko und Taiwan abgestossen hatte.

Auch die in den letzten Tagen unter Druck geratene Adecco-Aktie (+0,4%) könnte sich etwas erholen. Das Aktienresearch von Barclays hat ihr "Overweight"-Rating trotz dem sich verschlechternden Umfeld in Europa bei allerdings gesenktem Kursziel bekräftigt. Der Warenprüfkonzern SGS (+0,1%) hat derweil in Lateinamerika eine kleinere Übernahme mit einem Umsatz von 14 Mio USD angekündigt.

Etwas fester werden auch die defensiven Pharmawerte Novartis (+0,3%) sowie Roche (+0,2%) gesehen. Deutlich im Plus notieren Actelion (+1,2%). Das Allschwiler Biotech-Unternehmen hat am Morgen den Start einer Phase II-Studie für ein Medikament gegen Schlaflosigkeit angekündigt: Man greife auf überzeugende Daten aus einem vorklinischen und Phase-I-Programm zurück", so Actelion.

Nur leicht im Plus notieren Nestlé (+0,2%), die am Vortag dem Abwärtstrend widerstehen konnten. Die französische Nestlé-Konkurrentin Danone hat am Morgen eine milliardenschwere Übernahme in den USA angekündigt: Danone will für gut 10 Mrd USD den auf gesunde Nahrungsmittel spezialisierte WhiteWave kaufen.

Deutlich im Plus notieren Barry Callebaut (+1,2%). Der Schokoladekonzern hat Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres bekanntgegeben und nach eigenen Angaben in einem rückläufigen Markt die verkauften Volumen gesteigert. Das Ergebnis werde die Schätzungen nicht gross beeinflussen, meinten die Analysten der Bank Vontobel.

Einen Kurssprung gibt es für die Titel des kriselnden Solarkonzerns Meyer Burger (+7,3%). Das Unternehmen hat für das erste Halbjahr 2016 deutlich angestiegene Umsätze sowie die Rückkehr in die schwarzen Zahlen auf EBITDA-Ebene angekündigt. Zudem wurde der Geldabfluss gestoppt.

Ein starkes Umsatzwachstum hat zudem die Comet-Gruppe (vorbörslich kein Kurs) vermeldet. Zudem werde der Reingewinn im ersten Halbjahr deutlich über dem ersten Halbjahr 2015 ausfallen, dies nicht zuletzt wegen dem Wegfall einmaliger Währungseffekte. Die in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Huber+Suhner hat Änderungen in der Organisation und neue Geschäftsleiter vermeldet.

tp/ra

(AWP)