Aktien Schweiz Vorbörse: Leichte Verluste erwartet nach schwachen Vorgaben

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag - dem vorletzten Handelstag dieses Jahres - eine leichtere Eröffnung ab. Verantwortlich hierfür sind vor allem schwache Vorgaben aus den USA und Asien. So kam an der Wall Street der Dow Jones nach dem Europa-Schluss noch um mehr als 100 Punkte zurück. Damit ist er auch wieder etwas weiter von der psychologisch wichtigen Schwelle von 20'000 Punkten abgerückt.
29.12.2016 08:45

Wie es im Handel seit dem Start dieser verkürzten letzten Handelswochen 2016 immer wieder heisst, sind die Volumen sehr dünn - und das über alle Asset-Klassen hinweg. Vor allem mit Blick auf die USA heisst es im Handel, der Markt beginne langsam, sich der Realität zu stellen. Dies bedeute, dass nicht länger die Erwartungen, die mit einer Präsidentschaft Donald Trumps verbunden sind, gehandelt würden. Das könne zum Teil die aktuellen Kursverluste erklären.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,23% tiefer bei 8'237,27 Punkten. Auf Jahressicht wird der Leitindex ziemlich sicher ein Minus aufweisen. Aktuell steht er auf einem Abschlag von 6%, auf dividendenbereinigter Basis sind es rund 3%. Die meisten Blue Chips geben am Donnerstag vorbörslich um 0,1 bis 0,3% nach.

Insgesamt dürfte aber auch dies ein eher ruhiger Handelstag werden, wie der bisherige Nachrichtenfluss suggeriert. Zu den grössten vorbörslichen Verlierern mit Abschlägen von jeweils gut 0,3% zählen die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse. Händler verweisen bei der CS auf einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach die Grossbank zusammen mit zwei weiteren Instituten in den Fokus der US-Wertpapieraufsicht SEC geraten ist. Demnach untersucht die Behörde derzeit den Verkauf von Anleihen des afrikanischen Landes Mosambik im Volumen von 850 Mio USD. Neben der CS sehe sich die Behörde auch die französische BNP Paribas und die russische VTB genauer an.

Abgesehen von den beiden Banken geben auch Zykliker wie ABB, LafargeHolcim und die beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch um jeweils 0,3% nach.

Kursverluste von 0,2 bis 0,3% bei den drei Schwergewichten Novartis, Roche und Nestlé tragen zu dem insgesamt verhaltenen vorbörslichen Trend bei. In den USA hatte es am Vortag erneut enttäuschende Daten eines Pharmaunternehmens gegeben, was zu dem zuletzt etwas eingetrübten Bild der Branche beiträgt. Wie ein Analyst unlängst schrieb wären positive Daten dringend nötig für den Sektor, nachdem zuletzt zahlreiche Unternehmen mit Studienergebnissen eher enttäuscht hatten.

Bei den beiden hiesigen Pharmawerten verweisen Börsianer bei Roche auf eine Mitteilung, wonach die britische Zulassungsbehörde National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) auch weiterhin von einer Empfehlung für das Krebsmittel Trastuzumab emtansine (auch als Kadcyla bekannt) absehe und dies mit zu hohen Kosten begründet.

Zu Novartis wiederum habe es zuletzt Marktgerüchte gegeben, der Konzern sei an dem US-Unternehmen Intercept Pharmaceuticals interessiert.

Die Aktien von Actelion (-0,1%) halten sich dagegen vorbörslich etwas besser als der Gesamtmarkt. Nach wie vor rechnen einige Marktteilnehmer damit, dass das Biotechunternehmen noch in diesem Jahr in puncto Übernahme & Fusionen für eine Überraschung sorgen könnte.

Nachrichten gibt es lediglich im breiten Markt. Hier berichtet der DKSH-Konzern über einen weiteren Auftrag in Thailand. Allerdings macht das Unternehmen keine Angaben zu dessen Umfang.

Das Biotechunternehmen Basilea kündigt unterdessen eine personelle Veränderung zum neuen Jahr an. Dann wird Ursula Eberhardt die neue Personalchefin des Unternehmens.

hr/dm

(AWP)