Aktien Schweiz Vorbörse: Leichter erwartet - Ruhe vor Start in Berichtssaison

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein etwas schwächerer Start in die neue Handelswoche ab. Die Anleger dürften sich zunächst zurückhalten, bevor die Berichtssaison in den kommenden Tagen deutlich an Fahrt gewinnen wird. Die Vorgaben sprechen ebenfalls für einen eher moderaten Auftakt. An der Wall Street waren die Gewinne am Freitag nach dem europäischen Handelsschluss etwas abgeschmolzen, und die Börsen in Asien entwickeln sich unterschiedlich.
17.10.2016 08:57

Laut Händlern dürften Investoren zunächst noch die Kommentare der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen vom Freitagabend bewerten. Dabei hatte Yellen auf mögliche negative Nebeneffekte einer lange anhaltenden lockeren Geldpolitik verwiesen. Werde sie zu lange beibehalten, könnte eine lockere Geldpolitik Kosten haben, die die Vorteile überwiegen, so die Währungshüterin. Hierzulande ist es auf Nachrichtenseite zum Wochenstart noch ruhig. Mit dem morgigen Tag dürfte das Meldungsaufkommen dann von Tag zu Tag zunehmen, da diverse Quartalsbilanzen auf der Agenda stehen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,18% tiefer bei 8'075,52 Punkten. Von den 20 Blue Chips im SMI verzeichnen vorbörslich nur die Aktien von Roche (+0,1%) Gewinne.

Dazu muss man sagen, dass neben Roche auch Novartis (-0,3%) eine recht bewegte Handelswoche hinter sich haben. Nach einem sehr schwachen Wochenstart hatten die beiden Schwergewichte ihre Verluste im weiteren Verlauf dann auf 1 bis 1,5% eindämmen können. Bei Roche gab es am Freitagabend eine Nachricht zu dem Mittel Lucentis, dem die US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung in einer neuen Darreichungsform erteilt hatte. Im Handel wird zudem über Neuigkeiten zum Immun-Therapeutikum Atezolizumab spekuliert.

Etwas ausgeprägter nach unten geht es an diesem Montagmorgen gemäss den vorbörslichen Signalen vor allem für Zykliker wie ABB, LafargeHolcim und Adecco (alle -0,3%). Mit Blick auf ABB verweisen Händler auf einen Pressebericht in der "Schweiz am Sonntag", wonach sich nun auch der Aktionärsvertreter Ethos in die Diskussion um eine Aufspaltung des Unternehmens einschaltet. Man werde in den kommenden Wochen Gespräche mit ABB selbst sowie dem Grossinvestor Cevian suchen, hatte das Blatt Ethos-Direktor Vincent Kaufmann zitiert.

Klar schwächer tendieren auch die Anteilsscheine der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (beide -0,3%). Vor allem die Papiere der UBS hatten sich in der vergangenen Woche mit einem Verlust von 2,5% bereits deutlich schwächer als der Gesamtmarkt entwickelt. Aber auch die in der vergangenen Handelswoche stärkeren Versicherungsaktien von Swiss Life (-0,1%) und Swiss Re (-0,2%) tendieren vorbörslich leichter.

Zu den positiven Ausreissern zählen unter den Blue Chips noch die Aktien von Kühne+Nagel (+0,3%). Der Logistiker wird am morgigen Dienstag seine Zahlen für die ersten neun Monate vorlegen. Analysten rechnen beim Umsatz zwar damit, dass dieser eher stabil bleibt. Auf Gewinnseite trauen sie dem Unternehmen aber weiterhin eine sehr solide Entwicklung zu.

Im breiten Markt könnten mit dem Handelsstart noch die Aktien von Implenia einen Blick wert sein. Der Baukonzern zieht im Letzigrund-Streit mit der Stadt Zürich vor das Bundesgericht.

hr/rw

(AWP)