Aktien Schweiz Vorbörse: Leichtes Plus erwartet - Erholung mit langsamerem Tempo

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Montag ein leicht freundlicher Start in die neue Handelswoche ab. Damit setzt der Leitindex SMI seine Erholung aus der Vorwoche fort, wenn auch zunächst mit gedrosseltem Tempo. Die vergangene Woche hatte er mit einem Plus von mehr als 4% beendet. Die Vorgaben aus Übersee sind zum Wochenstart eher gemischt. Während die Wall Street eine neutrale Vorlage liefert, legen die Kurse in Asien zu.
04.07.2016 08:45

Nach dem ersten Brexit-Schock hatten die meisten internationalen Börsenplätze in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Allerdings bleibt das Misstrauen der Marktteilnehmer dieser schnellen Erholung gegenüber hoch. So bleiben die geldpolitischen Risiken, die der Austritt der Briten aus der EU mit sich bringt, weiter bestehen. Entsprechend werden Börsianer nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die Volatilität vorerst hoch bleiben werde.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,21% höher auf 8'102,19 Punkten. Von den 20 SMI-Werten notieren alle im Plus.

Der Kalender bietet zum Wochenstart zunächst keine Termine. Zudem bleibt in den USA die Börse wegen eines Feiertages geschlossen. Bleibt also genug Zeit für Investoren, sich auf die aktuelle Nachrichtenlage zu fokussieren.

Wie etwa beim Pharmakonzern Novartis, dessen Aktien sich unter den Blue Chips mit einem Plus von 0,6% am deutlichsten bewegen. Der Pharmakonzern will laut einem Bericht der "Sonntagszeitung" seine milliardenschwere Beteiligung am Wettbewerber Roche noch in diesem Jahr verkaufen. Die Anteile sollten an institutionelle Investoren veräussert werden, heisst es ohne Angabe von Quellen. Dass sich Novartis von den Anteilen trennen will, hatte der Konzern bereits zuvor deutlich gemacht.

Die anderen beiden Schwergewichte Roche und Nestlé bewegen sich vorbörslich mit +0,1% in etwa mit dem Markt.

Im Blick sind auch die Aktien des Industriekonzerns ABB (+0,2%), nachdem CEO Ulrich Spiesshofer gegenüber der "Schweiz am Sonntag" erklärte, er sehe für die Schweiz grosse Chancen durch die Digitalisierung der Industrie. Das Ergebnis des Referendums in Grossbritannien bedauere er. ABB werde sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen.

Nachrichten lieferte zudem der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS (+0,1%), der Compliance Certification Services (CCSrf) in Taiwan übernimmt. Damit stärke das Unternehmen seine führende Position, lautet ein erster Analystenkommentar.

Die Aktien der beiden Grossbanken UBS (+0,2%) und Credit Suisse (+0,1%) steigen vorbörslich mit dem Markt, nachdem sie in der Vorwoche mit die grössten Verluste verzeichnet haben. Die Credit Suisse plant, sogenanntes "Tier 2"-Kapital zurückzuzahlen. Der Grund für diesen Schritt liegt in der "Too big to fail"-Gesetzgebung (TBTF2) in der Schweiz. Im Rahmen dieser Vorgaben werden diese Instrumente nicht mehr als anrechenbare Instrumente mit hohem Auslösungssatz behandelt.

Mit die deutlichsten vorbörslichen Bewegungen verzeichnen allerdings im breiten Markt die Aktien von Sulzer (+1,1%). Der Industriekonzern übernimmt die deutsche Geka GmbH. Der Unternehmenswert der Transaktion wird auf 260 Mio EUR veranschlagt. Laut Vontobel-Analyst eine positive Entscheidung.

Im Fokus sind auch Gategroup, für die vorbörslich kein Kurs gestellt wird. Die Übernahme des Airline-Caterers Gategroup durch den chinesischen Mischkonzern HNA ist noch nicht gesichert. HNA hat laut dem provisorischen Zwischenergebnis die Mindestandienungsquote von 67% noch nicht erreicht.

hr/cp

(AWP)