Aktien Schweiz Vorbörse: Leichtes Plus zeichnet sich ab

Zürich (awp) - An der Schweizer Börse geht es zum Wochenstart laut vorbörslichen Indikatoren weiter aufwärts. Der Leitindex SMI dürfte in der Startphase die 8'000-Punkte-Marke somit problemlos verteidigen, die er am letzten Freitag zurückerobert hatte. Als Auslöser für die aufgehellte Stimmung gelten die überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag, welche die Brexit-Sorgen etwas in den Hintergrund rücken liessen.
11.07.2016 08:45

Der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juni trieb die US-Aktienindizes am Freitagabend auf Rekordkurse. Der Dow Jones Industrial schloss auf dem bislang höchsten Schlussstand im laufenden Jahr. Auch an den Börsen Asiens zeigten die Kurse in der Folge nach oben. Händler verwiesen dabei auch auf den Sieg des Regierungslagers in der japanischen Oberhauswahl. Am Markt werde nun mit weiteren Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gerechnet.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,28% im Plus bei 8'060,23 Punkten. Bis auf ABB notieren alle Blue Chips höher.

Die grössten Gewinne zeichnen sich vorbörslich bei LafargeHolcim (+1,5%) ab. Der Zementkonzern kommt mit der Bereinigung seines Portfolios voran. Er hat mit dem indischen Mischkonzern Nirma Limited eine Vereinbarung zum Verkauf der Lafarge-India-Werke geschlossen. Die Unternehmensteile, die der französisch-schweizerische Konzern wegen der regulatorischen Bedingungen der Fusion verkaufen muss, werden dabei mit 1,4 Mrd USD bewertet - und damit eher höher als erwartet.

Klar im Plus sind auch Syngenta (+1,4%). Im Übernahmepoker für den Konzern durch ChemChina wird das nächste Kapitel geschrieben. Die Angebotsfrist wird erneut verlängert, neu endet sie am 13. September. ChemChina hatte im März das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 USD in bar je Namenaktie zuzüglich einer Dividende von 16 CHF pro Papier. Syngenta notieren aktuell bei rund 375 CHF - also massiv unter dem offerierten Preis.

Im Fokus bleiben die Finanztitel, die in der letzten Woche infolge neuer Brexit-Turbulenzen markante Einbussen erlitten haben. CS (+0,5%), UBS (+0,5%) und Julius Bär (+0,3%) sowie Swiss Life (+0,9%), Zurich (+0,4%) und Swiss Re(+0,3%) legen nun vorbörslich alle zu.

In der Wochenendepresse wurden Interviews mit den beiden Grossbanken-CEO publiziert. CS-Chef Tidjane Thiam sah dabei Fortschritte beim Umbau seines Instituts. Angesichts des abgesackten Aktienkurses mahnte er die Investoren aber zur Geduld. Das Programm zur Reduktion des Handelsgeschäfts sei im zweiten Quartal beschleunigt worden, meinte er weiter. Offen liess er die Frage, ob Kunden in jüngster Zeit bei der CS Geld abgezogen hätten. An den ambitionierten Gewinnzielen will der Konzernchef auf jeden Fall nicht rütteln. UBS-Chef Sergio Ermotti kritisierte derweil in einem Interview die Schweizer Regierung und bezeichnet die von Frankreich geforderte Herausgabe von Kundendaten als "politisiertes Verfahren".

Unauffällig sind die vorbörslichen Werte der Schwergewichte. Novartis und Roche legen um 0,4% rsp. 0,3% zu, Nestlé ebenfalls um 0,3%. Die auf Hautkrankheiten spezialisierte Nestlé-Tochter Galderma hat für ein Aknemittel die rezeptfreie Zulassung in den USA erhalten. Die Experten von Exane BNP Paribas erhöhten derweil die Einschätzung für Nestlé auf "Neutral" von "Underperform".

Als einziger SMI-Titel notieren ABB vorbörslich im Minus, und zwar mit 3,3%. Die Papiere werden am Berichtstag Ex-Dividende gehandelt.

Am breiten Markt gibt es weitere Vorboten der Berichtssaison. Interroll und Myriad haben erste Hinweise auf die Geschäftsentwicklung im ersten Semester gegeben. Vorbörsliche Kurse gibt es zu diesen Valoren nicht.

rw/cf

(AWP)