Aktien Schweiz Vorbörse: Massive Verluste - Konsternation nach US-Wahl

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt wird am Mittwochmorgen im Einklang mit den europäischen Börsen massiv tiefer eröffnen. Dabei haben sich die vorbörslichen Kurse von den frühen Tiefstständen leicht erholt. Die Konsternation über die wahrscheinliche Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten ist weltweit gross und führt zu Erschütterungen an allen Finanzmärkten. Aber auch der Ölpreis sackt ab, während Gold als sicherer Hafen markant zugelegt hat. Der Schweizer Franken hat im Verhältnis zum US-Dollar ebenfalls deutlich an Wert gewonnen, die zwischenzeitlich unter die Marke von 0,96 CHF gerutschte US-Valuta hat sich mittlerweile aber wieder über diesen Wert erholt.
09.11.2016 08:34

Die Märkte seien wie schon beim Brexit auf dem falschen Fuss erwischt worden, hiess es unter anderem in Marktkreisen. Die Unsicherheit werde nun weiter anhalten bis klar werde, wohin die Reise wirtschaftlich und politisch gehe. Der Wahlausgang sei zwar bis zuletzt offen geblieben, aber dennoch habe sich eine Mehrheit der Marktteilnehmer auf die Hoffnung gestützt, dass zum Schluss Hillary Clinton das Rennen machen werde. Nun reibe man sich nicht nur in Europa sondern weltweit verwundert die Augen. In Marktkreisen machen auch bereits Schlagworte wie "Panik" oder "möglicher Crash" die Runde.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 2,43% tiefer bei 7'546,69 Punkten. Der SMI hatte allerdings am Morgen schon Notierungen von unter 7'500 Punkten erreicht.

Im Rahmen des Gesamtmarkt halten sich Swiss Life mit einem Minus von 2,4% nach Angaben zum Geschäftsverlauf nach neun Monaten. Der Zwischenbericht für das dritte Quartal ist in etwa im Rahmen der Analystenerwartungen ausgefallen, was den Titel nach unten etwas absichert. Zudem ist Swiss Life vor allem stark auf das Schweizer Geschäft fokussiert, was den Titel im aktuell international tobenden Sturm etwas schützt.

Ansonsten sind es vor allem Aktien stark international ausgerichteter oder in den USA überdurchschnittlich verankerter Unternehmen, welche markant nachgeben. So büssen etwa ABB, Adecco, die Grossbanken CS und UBS, die Luxusgüter-Aktien Richemont und Swatch oder auch Zurich allesamt im Bereich von rund 4% ein.

Etwas besser halten sich die vor allem im Heimmarkt Schweiz starken Swisscom (-1,8%) oder die ebenfalls defensiven und hauptsächlich von Europa abhängigen Geberit (-1,9%).

Die Pharma-Aktien Novartis (-2,4%) und Roche (-1,8%) gehen in etwa mit dem Markt oder halten sich leicht besser. Hillary Clinton hätte als neue US-Präsidentin wegen ihrer Ambitionen, die Pharmapreise zu senken, als wenig förderlich für die Pharmabranche gegolten. In Marktkreisen wurde eine globale Verunsicherung unter einem Präsidenten Donald Trump teilweise aber als mindestens so grosses wenn nicht noch grösseres Übel bezeichnet.

Etwas besser als der Gesamtmarkt schneiden im vorbörslichen Geschäft auch die schergewichtigen Nestlé (-2,3%) ab, mit Abstand am besten halten sich allerdings Actelion (-0,6%).

cf/rw

(AWP)