Aktien Schweiz Vorbörse: Ohne Richtung - Lonza nach Übernahme sehr schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstag vor dem offiziellen Handelsbeginn richtungslos. Die Vorgaben aus den USA sind allerdings schwach, nachdem die US-Notenbank am Vorabend eine möglicherweise schneller als bislang erwartete geldpolitische Straffung in Aussicht gestellt hat. Das Fed liess durchblicken, dass es im kommenden Jahr zu drei Zinserhöhungen kommen könnte. Marktteilnehmer hätten hingegen auf zwei spekuliert, heisst es. Indes hat die Notenbank den Leitzins am Mittwochabend wie erwartet um einen Viertelprozentpunkt angehoben.
15.12.2016 08:45

Am Berichtstag tritt nun das SNB-Direktorium auf die Bühne. Die Währungshüter um Thomas Jordan dürften bei ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung auf Kontinuität setzen und die Zinsen wohl nicht antasten, wie mehrheitlich prognostiziert wird. Auch über die SNB hinaus dürfte mit Impulsen für den Aktienmarkt zu rechnen sein. Am Vormittag sind die Einkaufsmanagerindizes in Europa im Blick, am Nachmittag könnten zahlreiche US-Daten für frischen Wind sorgen. Bei den Einzeltiteln stehen hierzulande Lonza mit einer Grossübernahme im Fokus.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr bei 8'140,07 Punkten und damit unverändert auf dem Schlussniveau des Vortages.

Ein sattes Minus verzeichnen Lonza mit -5,9%. Der Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer übernimmt den US-amerikanischen Kapselhersteller Capsugel. Der Kaufpreis liegt bei 5,5 Mrd USD in bar, einschliesslich der Refinanzierung bestehender Schulden von Capsugel in Höhe von rund 2 Mrd. Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus Fremdkapital und Eigenmitteln. Neben dem Preis werfen Analysten in ersten Kommentaren auch aus strategischer Sicht Fragen auf. Die Lonza-Aktie hatte bereits zu Wochenbeginn markant Federn gelassen, als die Basler offiziell Interesse an dem US-Unternehmen bekundet hatten.

Einen Zukauf tätigte auch Sika (+0,1%), wenngleich in einer tieferen Liga. Die Innerschweizer haben den US-Dämmstoffhersteller Rmax mit einem für das laufende Jahr erwarteten Umsatz von 75 Mio USD übernommen.

Actelion (-0,7%) knüpfen im vorbörslichen Geschäft an die Verluste vom Vortag an. Der Titel fiel um 9% zurück, nachdem der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgegeben hatte.

UBS (-0,4%) werden von einer Ratingrückstufung belastet. Kepler Cheuvreux stuft den Titel neu mit "Reduce" ein. Ansonsten stehen die SMI-Werte praktisch unverändert.

Im breiten Markt dürften die Starrag-Aktien (kein vorbörsl. Kurs) in Bewegung geraten. Der Werkzeugmaschinen-Hersteller hat seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2016 wegen einer schwachen Entwicklung im Geschäftsbereich Luxury Goods korrigiert.

GAM (+1,5%) werden von Kepler Cheuvreux neu zum Kauf empfohlen. Auch Bossard könnten von einem positiven Analystenvotum gestützt werden. Baader Helvea stufte die Aktie auf "Buy" hoch.

Meyer Burger (-5,9%) wiederum zeigen sich sehr schwach. Am Berichtstag endet die Bezugsfrist für die im Rahmen der Kapitalerhöhung auszugebenden Aktien.

cp/ys

(AWP)