Aktien Schweiz Vorbörse: Ruhiger Wochenausklang erwartet

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Freitag kaum verändert aufnehmen. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi mit seinen Äusserungen die Kurse am Donnerstagnachmittag durchgeschüttelt hatte, ist am Tag des kleinen Optionsverfalls mit einem ruhigen Handelsstart zu rechnen. Etwas belastend dürften die weiterhin rückläufigen Ölnotierungen wirken. Ansonsten sind am Berichtstag marktbewegende Nachrichten Mangelware und auch für die zweite Handelshälfte werden keine wichtigen Konjunkturdaten aus den USA erwartet.
21.10.2016 08:53

Mario Draghi hatte am Donnerstag an der Medienkonferenz zum EZB-Zinsentscheid mit der Aussage für Unruhe gesorgt, wonach der EZB-Rat weder über eine Verlängerung des bis mindestens März 2017 laufenden Anleihenkaufprogramms noch über eine Reduktion des Kaufumfangs bzw. über ein "Tapering" diskutiert habe. Am Ende hätten die Anleger wohl eine zeitliche Ausdehnung der milliardenschweren Anleihekäufe als wahrscheinlicher gehalten als ein baldiges Ausklingenlassen des Programms, begründet ein Händler die gestrige Aufwärtsbewegung an der Börse kurz vor Handelsschluss.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,08% höher bei 8'075,98 Punkte. Damit liegt der SMI nur leicht unterhalb des Schlusskurses der Vorwoche (8'090 Punkte). Das Gros der vorbörslich gehandelten Titel notiert am Berichtstag mit 0,1% oder 0,2% im Plus.

Nestlé, Roche und insbesondere Actelion (vorbörslich je +0,1%) haben am Donnerstag nach der Publikation von Geschäftszahlen Kurseinbussen hinnehmen müssen und könnten sich heute etwas davon erholen. Novartis stehen ebenfalls mit 0,1% im Plus, während Aktien wie ABB, Credit Suisse oder UBS im vorbörslichen Geschäft 0,2% dazugewinnen.

Zu Nestlé haben HSBC (auf 77 CHF nach 76 CHF), Kepler Cheuvreux (85 nach 87 CHF) und Barclays (83 nach 85 CHF) ihre Kurszielschätzungen jeweils nur leicht angepasst, wobei die beiden letzteren die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns weiterhin als kaufenswert erachten. Mit der Wachstumsenttäuschung im dritten Quartal sei wohl der Tiefpunkt erreicht worden, schreibt etwa Kepler-Analyst Jon Cox. Er erwartet im vierten Quartal eine Wachstumsbeschleunigung.

Für die Roche-Genussscheine haben HSBC (auf 230 von 245 CHF) und Kepler (auf 238 von 240 CHF) ihre Ziele gesenkt. Die Umsatzzahlen seien insgesamt zwar in Ordnung gewesen, allerdings habe das Medikament Avastin eine klare Schwäche in den USA gezeigt, heisst es bei HSBC. Auch bei Actelion kam es von Seiten der HSBC (auf 174 von 185 CHF) oder von Jefferies (auf 190 von 200 CHF) zu Reduktionen in den Kurserwartungen, wobei dies mit Blick auf die Gewinnmitnahmen des Vortages (-6,5%) nicht überrascht.

Die Aktien der Zurich Insurance Group (+0,1%) könnten allenfalls von einer kräftigen Kurszielerhöhung durch Barclays profitieren. Die britische Grossbank erwartet im Abschluss zum dritten Quartal, der am 10. November vorgelegt wird, keine negativen Überraschungen. Der Versicherer verfüge schneller als gedacht über eine gesunde Kapitalgenerierung und auch die operativen Verbesserungen gingen rascher voran, so die Begründung.

Im breiten Markt hat der IT-Logistiker Also die Zahlenvorlage für die ersten neun Monaten um knapp eine Woche vorgezogen und eine deutliche Gewinnsteigerung gemeldet. Und auch der Innerschweizer Farbmetrik-Spezialist Datacolor legte für das Geschäftsjahr 2015/16 klar bessere Kennzahlen mit deutlichen Margensteigerungen aus.

Demgegenüber musste der Lausanner Finanz-Broker CFT im dritten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen, während das Zuger Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard mit der Übernahme von Arnold Industries die Präsenz im Nordosten der USA kräftig ausbaut.

mk/cp

(AWP)