Aktien Schweiz Vorbörse: Schwach - Nestlé und Roche belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstag vor dem offiziellen Handelsbeginn schwach. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseehandelsplätzen sind zwar positiv. Für Abgabedruck sorgen hierzulande nach Zahlen allerdings die beiden Indexschwergewichte Nestlé und Roche.
20.10.2016 08:45

An der Wallstreet legten die Aktien am Mittwoch gestützt vom Anstieg der Ölpreise zum zweiten Mal in Folge zu, allerdings waren die Avancen wie schon am Dienstag moderat. Die Publikation des neuesten Konjunkturberichts der amerikanischen Notenbank, dem "Beige Book", brachte keine nennenswerten Impulse. In Asien präsentiert sich ebenfalls ein freundliches Bild. Hier habe das dritte Aufeinandertreffen der US-Präsidentschaftskandidaten im TV-Duell, aus dem Hillary Clinton in den Augen der meisten Beobachter abermals als Siegerin hervorgegangen war, die Stimmung gestützt, wie es hiess. Im weiteren Tagesverlauf wird mit Spannung auf den Zinsentscheid der EZB und die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik gewartet.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,49% tiefer bei 8'053,78 Punkte.

Eine erhebliche Belastung sind Nestlé, die mit -2,5% die schwächsten Blue Chips sind. Der Nahrungsmittelhersteller blieb in den ersten neun Monaten bei der wichtigen Kennzahl organisches Wachstum mit einem Wert von 3,3% klar hinter den Markterwartungen zurück. Die Wachstumsdynamik hat sich im dritten Quartal damit nicht wieder beschleunigt. Nun haben die Westschweizer bezüglich Guidance zurückbuchstabiert. Neu wird für das Gesamtjahr 2016 ein organisches Wachstum um 3,5% erwartet. Bisher war von einem organischen Wachstum wie im Vorjahr (4,2%) die Rede.

Auch Roche (-0,2%) fallen im vorbörslichen Geschäft zurück. Der Pharmakonzern Roche hat mit seinem Umsatzausweis für das dritte Quartal 2016 die durchschnittlichen Analystenschätzungen nicht ganz erreicht. Zwar erzielte der Konzern sowohl im Pharma- als auch dem Diagnostics-Geschäft eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der umsatzmässig grössere Bereich Pharma verfehlte jedoch die Expertenschätzungen relativ deutlich. Der Ausblick auf das Gesamtjahr wird aber bestätigt, und auch das Ziel, die Dividende in Schweizer Franken für 2016 zu erhöhen.

Ein Lichtblick bieten Actelion, die mit +2,6% unangefochten an der Spitze steht. Das Biopharma-Unternehmen hat in den ersten neun Monaten des Jahres den Umsatz etwas über den Markterwartungen gesteigert, wobei die Verkaufszunahme vor allem dem Medikament Opsumit zugeschrieben wird. Beim Kerngewinn wurden die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Für das Gesamtjahr 2016 wird die Prognose ein weiteres Mal angehoben.

Unter Beobachtung stehen ferner die Aktien der beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch (je +0,6%), nachdem die aktuellen Uhrenexportdaten der Eidgenössischen Zollverwaltung eine weiterhin schwache Nachfrage anzeigen.

Etwas im Blick sind auch die Telekomwerte Swisscom (-0,4%) sowie Sunrise (+0,2%) im breiten Markt. Die Mobilfunkanbieter einigten sich auf eine Senkung der Mobilterminierungsgebühren ab 2017. Dies wird bei beiden Unternehmen einen Effekt auf den Umsatz haben.

Am breiten Markt werden Temenos (+3,6%) nachgefragt. Der Bankensoftware-Spezialist hat mit den am Vorabend vorgelegten Quartalszahlen die Markterwartungen deutlich übertroffen und die Prognose erhöht. Zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, was ebenfalls dem Geschmack der Anleger entsprechen dürfte.

Auf der Verliererseite fallen GAM (-2,4%) aus dem Rahmen. Der Vermögensverwalter hat per Ende September zwar mehr Vermögen verwaltet als noch zur Jahresmitte. Es wird aber in Aussicht gestellt, dass die Profitabilität für das Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahr liegen wird.

News gab es auch von Sulzer (Aktie -1,2%). Wie angekündigt hat sich der Bestellungseingang im dritten Quartal erneut reduziert.

cp/rw

(AWP)