Aktien Schweiz Vorbörse: Schwächer - Potenzial nach unten nach Bundesfeiertag

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte die nach dem Bundesfeiertag vom Montag verkürzte Handelswoche mit leichteren Kursen eröffnen. Die Vorgaben aus den USA und auch von den wichtigsten europäischen Aktienmärkten vom Montag sind mehrheitlich negativ, womit die hiesigen Aktien ein gewisses Nachholpotenzial nach unten haben. Im Fokus stand übers Wochenende das Ergebnis des Stresstests der europäischen Banken durch die Europäischen Bankenaufsicht (EBA). Verschiedene Beobachter sahen in den Ergebnissen Fortschritte bei der Stabilisierung der europäischen Geldhäuser.
02.08.2016 08:44

Die Bankaktien in Europa gaben am Montag nach gutem Beginn allerdings mehrheitlich nach. Zwar waren die Ergebnisse wie erwähnt teilweise besser ausgefallen als befürchtet, Experten warnten jedoch rasch vor einem voreiligen Aufatmen, so dass letztlich eine gewisse Ernüchterung übrig blieb. Belastet wurde das Sentiment zudem von schwachen PMI-Daten aus der Eurozone und aus China. In China ist der entsprechende Index mittlerweile auf unter 50 Punkte gefallen und weist damit offiziell eine Kontraktion der Industrieaktivitäten aus.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr um 0,15% tiefer bei 8'115,11 Punkten.

Die Nachrichtenlage bei den Blue-Chip-Unternehmen hierzulande ist zum Beginn der verkürzten Handelswoche noch gering. Erst am Freitag folgt mit den Quartalszahlen von LafargeHolcim der nächste offizielle Termin. Die Aktien verzeichnen am Dienstag im vorbörslichen Geschäft ein Minus von 0,2%. Am Montag hatte der Zementkonzern mit dem Verkauf der Kontrollmehrheit an Sichuan Shuangma für 507 Mio CHF eine weitere Devestition bekanntgegeben. Dies sei zwar ein weiterer, aber nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu Devestitionen von insgesamt 3,5 Mrd CHF, heisst es in einer Einschätzung der Bank Vontobel.

UBS (-0,2%) zeigen sich nach dem langen Wochenende im Anschluss an die Quartalszahlen vom Freitag unauffällig. Von verschiedenen Instituten kamen zum Wochenstart kleinere Kurszielanpassungen, wobei sich Senkungen und Erhöhungen bisher die Waage halten. JPMorgan etwa hat bei einer leichten Kurszielerhöhung das Rating "Underweight" bestätigt und die Société Générale die Einstufung "Hold", dies allerdings bei einem leicht nach unten revidierten Kursziel. Die UBS habe für das zweite Quartal starke Zahlen vorgelegt, heisst es bei JPMorgan. Entsprechend würden die EPS-Schätzungen für 2016 bis 2018 angehoben. Auch die Kapitalposition sei besser als erwartet ausgefallen und trage so zum neuen Kursziel bei.

Im Fokus stehen die Banken aber auch im Zusammenhang mit dem Stresstest der europäischen Banken, auch wenn UBS und CS (Aktie vorbörslich -0,2%) nicht getestet wurden.

Die auffälligsten Abgaben erleiden derzeit Richemont (-0,7%) und Swatch (-0,6%). Die Credit Suisse hat im Rahmen einer Studie zu den Schweizer Uhrenherstellern das Rating für die Swatch-Inhaberaktien direkt auf "Underperform" von "Outperform" zurückgenommen und dasjenige für Richemont auf "Underperform" von "Neutral". Auch die Kursziele für die beiden Titel wurden deutlich gestutzt. Nach einer Umfrage bei den Verkäufern dränge sich der Schluss auf, dass die Talsohle noch nicht durchschritten sei und die ursprünglichen Annahmen zu optimistisch gewesen seien, hiess es dazu bei der Bank unter anderem.

Novartis (-0,2%) und Roche (-0,1%) bewegen sich im Rahmen des Gesamtmarktes. Beide Pharmaunternehmen haben über Produkt-Zulassungen aus den USA berichtet, Beobachter erachten die Kursrelevanz dieser Nachrichten aber als eher gering.

Im breiten Markt stehen nach Zahlen Oerlikon im Fokus, welche vorbörslich 0,7% nachgeben. Ebenfalls Zahlen vorgelegt hat die Glarner Kantonalbank.

Eine gewisse Aufmerksamkeit ziehen auch Kudelski auf sich, nachdem der bisher provisorisch beigelegte Patentstreit mit Apple nun definitiv zu den Akten gelegt wird.

cf/rw

(AWP)