Aktien Schweiz Vorbörse: SMI leicht tiefer erwartet

Der Schweizer Aktienmarkt dürfte ohne allzu grosse Kursveränderungen in die neue Woche starten. Für den SMI zeichnen sich vorbörslich leichte Verluste ab. Somit wird der Leitindex in der Eröffnung voraussichtlich unter der Marke von 8'400 Punkten bleiben, unter die er am Freitag wieder gerutscht war. Laut Händler mangelt es für grössere Bewegungen an Impulsen.
30.01.2017 08:45

So sind die Vorgaben von der Wall Street vom Freitagabend in etwa neutral. Und auch von Unternehmensseite liegen nur wenige Nachrichten vor. Etwas belastend wirken sich laut Analysten die neusten Beschlüsse von US-Präsident Donald Trump aus: Das von ihm verordnete Einreiseverbot für mehrere muslimisch geprägte Länder untermauere Sorgen über einen überbordenden Protektionismus.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,18% tiefer bei 8'364,77 Punkten.

Zu den Blue Chips liegen kaum News vor, alle Titel geben zwischen 0,2% und 0,4% nach. Einzige Ausnahme sind die schwergewichtigen Novartis, zu denen eine bekräftigte Kaufempfehlung der HSBC-Analysten vorliegt. Eine Vielzahl neuer und eben erst eingeführter Produkte sollte in den Augen der Experten dazu beitragen, negative Effekte aus Patentabläufen einzuschränken. Zudem könnten die Titel von einem Pressebericht profitieren, wonach die Projekte in der Immunonkologie (CAR-T) intensiviert würden.

Im Fokus bleiben zudem die Bankenwerte von UBS (-0,4%), CS (-0,4%) und Julius Bär (-0,2%), nachdem diese am vergangenen Freitag deutliche Verluste erlitten hatten. Auslöser dafür waren die Jahreszahlen der UBS gewesen. Fragen aufgeworfen hatte in den Kommentaren vor allem deren schwächelnde Kernsparte Wealth Management.

Die Investoren warten nun gespannt auf den Jahresabschluss von Julius Bär, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Bei der Credit Suisse gab es am Wochenende News: Der Grossbank droht in Genf ein Verfahren wegen eines möglichen Grossbetrugs mit einem Schaden von rund 150 Mio CHF. Die Genfer Staatsanwaltschaft wirft der Bank den Verstoss gegen "allereinfachste Aufsichtspflichten" vor und will sie daher möglicherweise wegen Geldwäscherei anklagen.

Abgesehen davon stehen Givaudan (-0,3%) und Roche (-0,2%) unter verstärkter Beobachtung, weil die Unternehmen am Dienstag und Mittwoch Resultate vorlegen werden.

Über Nestlé (-0,2%), dem neben den Pharmariesen dritten Schwergewicht, haben die Liberum-Experten den Daumen gesenkt und eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Ein enttäuschendes Wachstum sowie teure Akquisitionen würden 2017 auf die Bewertungen im Nahrungsmittelsektor drücken, heisst es zur Begründung. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass die Markterwartungen an den neuen CEO Ulf Mark Schneider sowie an potenzielle Strategieänderungen und Übernahmen zu optimistisch sind.

Nicht viel mehr ist am breiten Markt los. Überdurchschnittliche Aufmerksamkeit geniessen die Gurit-Aktien (kein vorbörslicher Kurs), nachdem der Spezialkunst-Hersteller am Freitagabend enttäuschende Umsatzzahlen für 2016 präsentiert hat. Am Berichtstag hat ausserdem Metall Zug (kein vorbörslicher Kurs) erste Angaben zum Jahresabschluss gemacht.

rw/cp

(AWP)