Aktien Schweiz Vorbörse: SMI leicht tiefer erwartet - Nervosität hält an

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Freitag nach der gestrigen leichten Erholung eine etwas tiefere Eröffnung ab. Von den US-Märkten kamen neutrale bis leicht negative Vorgaben. Die erneut sinkenden Rohölpreise belasteten die dortige Anlegerstimmung. Auch die asiatischen Börsen tendieren zumeist tiefer.
08.07.2016 08:45

Neben dem Brexit weisen die Marktteilnehmer vor allem nach Italien als Quelle für weitere Unsicherheiten. Der dortige Bankensektor leidet unter dem hohen Berg an notleidenden Krediten. In den USA hatte am Donnerstag der ADP-Arbeitsmarktbericht steigende Beschäftigtenzahlen ausgewiesen, was kurzfristig für etwas Unterstützung sorgte. Die Öl-Lagerbestände verbuchten jedoch einen geringeren Rückgang als erwartet und schickten die Preise für Rohöl auf Talfahrt. Am Nachmittag wird der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus stehen. Die Lage hier könnte entscheidend sein, wenn es um das Tempo weiterer Zinsanhebungen durch die Fed geht.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,17% im Minus auf 7'950,52 Punkten.

Die vorbörslichen Indikationen bei den Einzeltiteln weisen kaum Auffälligkeiten auf und die Abschläge bewegen sich in einer engen Spanne zwischen -0,1% und -0,3%. Adecco (-0,3%) bewegt sich dabei am unteren Ende. Auch UBS (-0,3%) liegen vorbörslich etwas tiefer als der Schnitt, CS und Julius Bär (je-0,2%) im Mittelfeld. Letztere bauen ihr Schweizer Geschäft aus und übernehmen ein zehnköpfiges Team von Valiant am Standort Bern. Andere Standorte werden unter neue Leitung gestellt.

Eher defensive Titel wie Swisscom oder Nestlé markieren mit -0,1% das obere Ende und auch Swiss Life und Actelion (je -0,1%) halten sich besser. Für das Biopharma-Unternehmen haben sowohl Exane BNP (auf 169 von 167 CHF, Outperform) als auch Berenberg (auf 150 von 143 CHF - Hold) ihre Kursziele im Vorfeld der Halbjahreszahlen angehoben. Die Analysten der UBS haben die Kursziele von Syngenta und Lonza gesenkt.

Die Pharmawerte Novartis und Roche (-0,2%) liegen ebenfalls leicht tiefer. Die Roche-Tochter Genentech hat in den USA eine Ausweitung der Zulassung für Xolair erhalten. Das Mittel kann nun auch zur Behandlung von Asthma bei Kindern zwischen sechs und 11 Jahren verwendet werden. Zudem zahlt Roche an den Entwicklungspartner Eleven Biotherapeutics eine Meilensteinzahlung für Fortschritte bei dem monoklonalen Antikörper EBI-031.

Die zuletzt nach dem Brexit hochvolatilen Dufry (-0,5%) liegen stärker im Minus. Die CS hat ihre Schätzungen gesenkt und das Kursziel auf 125 von 140 CHF zurückgenommen. Die Bewertung lautet weiter "Neutral". Eine Lizenzmeldung aus Mexiko fällt im aktuellen Umfeld kaum ins Gewicht. Das Unternehmen hat den Vertrag für das Duty-Free-Geschäft am Flughafen Cancun um 10 Jahre verlängert.

Sulzer (-0,2%) hat einen Pumpen-Auftrag vom französischen Stromkonzern EDF gemeldet. Das Unternehmen liefert 28 Einheiten an den Atomkraftwerkbetreiber.

yr/ra

(AWP)