Aktien Schweiz Vorbörse: SMI nahezu unverändert erwartet

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein nahezu unveränderter Wochenauftakt ab. Dabei liefern die Vorgaben aus Übersee keine eindeutigen Impulse. Während die Kurse an der Wall Street am Freitag eine insgesamt starke Woche mehr oder weniger unverändert beendeten, tendieren die Börsen in Asien uneinheitlich.
06.03.2017 08:45

Bevor hierzulande im weiteren Wochenverlauf die Berichtssaison mit Unternehmen aus der zweiten Reihe in den Fokus der Investoren rücken wird, dürften sich zum Wochenstart die Blicke zunächst auf Themen wie das Wirtschaftswachstum in China und die weitere Zinspolitik der US-Notenbank Fed richten. So hat der Volkskongress in Peking am Sonntag seine Zielvorgabe für das Wirtschaftswachstum auf "um rund 6,5%" gesenkt. Im Vorjahr lag sie noch bei 6,5 bis 7%. Zudem hat die Fed-Chefin Janet Yellen mit ihren Aussagen am Freitagabend das Thema Zinspolitik in den USA wieder in den Mittelpunkt gerückt. Eine weitere Erhöhung an der bevorstehenden März-Sitzung gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.28 Uhr um 0,07% tiefer bei 8'664,25, Punkten. Die Mehrzahl der SMI-Werte verzeichnet dabei leichte Abschläge.

Unter den Blue Chips im SMI stechen im vorbörslichen Handel vor allem die beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,9%) und Richemont (+0,1%) hervor. Zwar hat China seine Wachstumsprognose für 2017 insgesamt etwas reduziert, trotz des langsamsten Wachstums seit 26 Jahren sieht der oberste Wirtschaftsplaner des Landes, He Lifeng, die Wirtschaft aber auf Kurs. Das Wirtschaftswachstum von 6,7% im vergangenen Jahr sei "stabil und gesund" gewesen, sagte er an diesem am Montag am Rande des Volkskongresses. Das dürfte sich positiv auf Luxusgüterhersteller auswirken, die stark in Asien vertreten sind.

Darüber hinaus verzeichnet noch das Pharma-Schwergewicht Novartis (+0,4%) vorbörsliche Kursgewinne. Der Basler Konzern hatte am Morgen einerseits weiter Studiendaten zu seinem Schuppenflechte-Mittel Cosentyx veröffentlicht, die die Wirksamkeit des Mittels unterstützen. Zudem hat die Generika-Tochter Sandoz mitgeteilt, dass ihr Biosimilar Adalimumab die gleiche Wirksamkeit und Sicherheit aufweist wie das Original-Präparat Humira vom US-Konzern AbbVie.

Die anderen beiden Schwergewichte Nestlé und Roche (beide -0,1%) zeigen sich derweil knapp im Minus. Wie das deutsche Biotech-Unternehmen Morphosys am Morgen mitgeteilt hatte, plant Roche ein neues Phase 3-Zulassungsstudienprogramm mit Gantenerumab bei Patienten mit bestimmten Alzheimererkrankungen.

Für Gesprächsstoff im Bankensektor sorgt die Deutsche Bank mit ihrer angekündigten Kapitalerhöhung über rund 8 Mrd EUR sowie einem weiteren Umbau. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden. Wie es in ersten Kommentare dazu heisst, sehe die Zukunft des Deutschen Branchenprimus immer mehr wie die der Credit Suisse aus. Die beiden Grossbanken geben vorbörslich um 0,4% nach, während Julius Bär mehr oder weniger auf der Stelle treten.

Zu den grössten vorbörslichen Verlierern zählen neben den beiden Grossbanken noch die Aktien von Zyklikern wie ABB und Adecco, die beide um gut 0,1% nachgeben.

Die Berichtssaison im breiten Markt wird an diesem Montag von Unternehmen wie dem Energiekonzern Alpiq, dem Flughafen Zürich und der Finanzdienstleisterin VZ Holding fortgesetzt. Und auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geschäftsergebnisse 2016 vorgelegt.

hr/rw

(AWP)