Aktien Schweiz Vorbörse: SMI wenig verändert erwartet - EZB lähmt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den vorbörslichen Indikationen zufolge am Donnerstag wenig verändert in den Handel starten. Es fehlt an Impulsen von den Unternehmen und von der Wall Street, die wenig verändert schloss. Stimulieren könnten einzig Daten zu den chinesischen Im- und Exporten, die eine Belebung zeigen. Doch im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Zinsentscheids der EZB am Nachmittag dürfte diese Nachrichten die Anleger kaum gross aus der Reserve locken.
08.09.2016 08:45

Am frühen Nachmittag wird EZB-Präsident Mario Draghi vor die Medien treten und über die Zinspolitik der Notenbank informieren. Eine Abkehr von der bisherigen umstrittenen Nullzinspolitik wird zwar nicht erwartet, allerdings rechnen einige Marktbeobachter damit, dass die EZB den Markt mit einer weiteren Geldspritze versorgen wird. Dabei gehen einige Experten davon aus, dass die Währungshüter das im März auslaufende Anleihen-Kaufprogramm verlängern wird. Bislang wollte die EZB ihre Anleihekäufe bis mindestens März 2017 fortsetzen. Nach Ansicht der Marktbeobachter dürfte eine Verlängerung des Aufkaufprogramms die Aktienmärkte ankurbeln.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) legt um 08.20 Uhr 0,08% auf 8'327,26 Punkte zu. Nur drei SMI-Werte (Nestlé, ABB und Adecco) stehen in der Pluszone.

Zu den schwergewichtigen Nestlé, die mit +0,4% für das Plus des Gesamtmarktes hauptverantwortlich sind, sowie zu Adecco (+0,4%) wurden vorbörslich positive Studien veröffentlicht. RBC hat den Nahrungsmittelhersteller auf die Top-Pick-Liste gesetzt. Für Adecco gab es im Rahmen einer Branchenstudie von Goldman Sachs eine Kurserhöhung. Die Analysten sehen für die Industrie auch weiterhin ein stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum als für den Gesamtmarkt.

Dagegen reagieren LafargeHolcim noch nicht auf eine Kurszielhochstufung durch Natixis.

Nach den chinesischen Im- und Exportzahlen ziehen die Aktien der Uhrenhersteller Richemont und Swatch das Interesse auf sich, wobei die Titel im vorbörslichen Handel noch nicht auf die positiven Angaben reagieren. China hat im August überraschend erstmals seit fast zwei Jahren wieder mehr Waren importiert. Die Daten deuten auf eine Erholung der Nachfrage im In- und Ausland und ein Aufhellung der Konjunkturaussichten für die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt.

Im breiter gefassten Markt fallen Kudelski mit einem Plus von 0,6% auf. Die Tochter Conax wurde in den Philippinen vom führenden Direct-to-Home-Pay-TV-Unternehmen Cignal als Partner für deren Expansion im Bereich Pay-TV in der Region ausgewählt.

Burkhalter stehen zudem nach der Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses im Fokus des Interesses. Das Elektrotechnik-Unternehmen konnten den Umsatz auf Vorjahresniveau halten, denn Gewinn aber steigern. Damit hat es die Erwartungen der Analysten erfüllt. Ebenfalls Halbjahreszahlen hat der Energiekonzern Romande Energie publiziert. Die Gesellschaft hat die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Das Pharmaunternehmen Santhera kann einen weiteren regulatorischen Erfolg melden. Es hat von der australischen Gesundheitsbehörde TGA für das Medikament Idebenone (Raxone) die sogenannte Orphan-Drug-Designation zur Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) erhalten.

sig/rw

(AWP)