Aktien Schweiz Vorbörse: Stabilisierung nach Vortagesverlusten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte sich am Mittwoch zu Handelsbeginn stabilisieren, nachdem er am Vortag mit einem happigen Minus in den August gestartet war. Laut vorbörslichen Indikationen wird der Leitindex SMI die 8'000-Punkte-Marke verteidigen, auf die er am Dienstag fast abgerutscht war. News von Unternehmen sind am Berichtstag Mangelware. Im Fokus bleiben die Grossbankenaktien.
03.08.2016 08:45

Die Lage bleibe trotz der sich abzeichnenden Stabilisierung fragil, heisst es in Händlerkreisen. So wecke der inzwischen siebte Tag mit Verlusten in New York immer grössere Zweifel am Zustand der Finanzmärkte. Die Luft scheine nun erst einmal draussen zu sein, nachdem im Juli die wichtigsten US-Indizes noch Rekorde markiert hatten. Der zuletzt tiefere Ölpreis sei in diesem Zusammenhang auch keine Stütze. In der Folge ist auch der Schweizer Volatilitätsindex, der die Funktion eines "Angstbarometers" hat, deutlich angestiegen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,03% höher bei 8'013,49 Punkten. Am Vortag hatte er satte 1,43% eingebüsst.

Kein Blue Chip schert gross aus. Die grössten Gewinne weisen vorbörslich ABB (+0,2%) aus, die grössten Verluste Aryzta (-0,1%).

Bei den beiden Grossbankenaktaktien von Credit Suisse und UBS (je +0,1%) zeichnen sich somit vorerst keine signifikanten Erholungen von den massiven Vortagesverlusten ab. Am Dienstag hatten beide rund 6% eingebüsst und sich damit ins europäische Gesamtbild eingefügt. Der Stresstest vom vergangenen Freitag hatte neue Ängste über die Stabilität des gesamten Sektors geweckt und europaweit eine Verkaufswelle bei Bankenpapieren ausgelöst.

Auch bei den Papieren des Reisedetailhändlers Dufry (+0,1%) deutet sich keine grosse Gegenbewegung zum Vortagesverlust von 5,0% an. Die Einbussen waren unter anderem von negativen Analystenkommentaren ausgelöst worden. Händler berichteten zudem von charttechnisch motivierten Verkäufen, nachdem die Kursnotierungen im frühen Handel unter eine wichtige Schlüsselunterstützung gefallen seien.

Die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche fallen nicht gross auf. Dabei sorgt auch die Meldung von Novartis, in den USA den Therapiedurchbruch-Status für das Brustkrebs-Mittel Ribociclib erhalten zu haben, für keine grosse Bewegung. Der Status "Breakthrough Therapy" ist dafür vorgesehen, die Entwicklung und Prüfung von Medikamenten für die Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen zu beschleunigen.

Clariant (+0,1%) zeigen sich vorerst unbeeindruckt von einer Abstufung durch Morgan Stanley. Der zuständige Analyst begründet sein "Equal Weight"- statt "Overweight"-Rating unter anderem mit einer zum Teil schwächer als erwarteten Geschäftsentwicklung.

Ein Thema am Markt dürften ausserdem die Halbjahreszahlen zum französischen Axa-Konzern gehörenden Versicherers Axa Winterthur sein. Die Schweizer Gesellschaft weist für das erste Halbjahr 2016 einen leichten Rückgang beim Prämienvolumen und einen deutlich tieferen Gewinn aus. Die diversen Assekuranztitel zeigen vorbörslich aber ebenfalls keine grosse Reaktion.

Am breiten Markt liegen neue Zahlen vom Vermögensverwalter GAM (vorbörslich -1,4%) vor. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch erlitten, was aber keine Überraschung war. Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen hingegen enttäuscht vom sehr vorsichtigen Ausblick. Zudem veröffentlichte das auf Antriebslösungen spezialisierte Industrieunternehmen Belimo Zahlen (keine vorbörslichen Indikationen). Und Kudelski (unv.) schloss mit einem auf Patente spezialisierten US-Unternehmen eine Lizenzvereinbarung ab.

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(AWP)