Aktien Schweiz Vorbörse: Stabilisierungsversuch zum Wochenstart

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montag im vorbörslichen Geschäft etwas fester. Nach fünf verlustreichen Tage in der Vorwoche mit einem Gesamtminus von über 4% startet der SMI damit einen Stabilisierungsversuch. Die Stimmung bleibt nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA, welche von den Märkten am vergangenen Freitag mit weiteren Verlusten quittiert wurden, angeschlagen. Positive Vorzeichen liefert immerhin der japanische Leitindex Nikkei, welcher am Montag mit Schwung und klar höheren Kursen in die neue Handelswoche gestartet ist.
08.02.2016 08:45

Zu einer gewissen Beruhigung der Investoren könnte in der neuen Woche beitragen, dass die chinesische Festlandbörse wegen des Neujahresfestes in dieser Woche geschlossen bleibt, während Hongkong den Handel am Donnerstag wieder aufnimmt. Da von dort zum Jahresbeginn die starken Verwerfungen ausgegangen sind, könnte zumindest die Volatilität etwas zurückkommen. Mit Interesse erwarten die Märkte in der laufenden Woche Reden der Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Zuletzt mehrten sich die Prognosen, dass die amerikanische Notenbank aufgrund der schwächelnden Konjunktur möglicherweise im laufenden Jahr auf eine weitere Zinserhöhung verzichten werde, was mehrheitlich als negative Nachricht aufgefasst würde.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,10% höher bei 7'968,07 Punkten.

Weiter im Blick bleiben Credit Suisse (+0,2%), welche in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit dem schlechten Jahresergebnis um knapp 17% eingebrochen sind. CS-Chef Tidjane Thiam verwies in verschiedenen Interviews in der Wochenendpresse auf die Geduld, die es brauchen werde, bis der Turnaround geschafft sei. Überdies habe er dem Verwaltungsrat eine markante Kürzung seines Bonus beantragt. Mittlerweile haben mit Vontobel und der Royal Bank of Canada weitere Institute ihre Kursziele für die Aktie nach unten angepasst. RBC sieht CS auf dem aktuellen Niveau aber immerhin als künftigen "Outperformer", entsprechend lautet das Rating.

UBS zeigen sich im vorbörslichen Geschäft ebenfalls um 0,2% höher als am Freitagabend. Die Aktie der zweiten Grossbank unter den hiesigen Blue Chips fiel in der Vorwoche ebenfalls markant zurück, im Vergleich zur CS-Aktien lag das Minus hier allerdings bei "lediglich" knapp 10%. Zum Wochenbeginn hat Berenberg das Kursziel für UBS etwas zurückgenommen, gleichzeitig aber die Einstufung "Buy" bestätigt.

Syngenta fallen mit einem Plus von 0,1% nicht besonders auf. Laut einem Bericht in der "NZZaS" lobbyiert der US-Konzern Monsanto hinter den Kulissen bei US-Behörden gegen die Übernahme von Syngenta durch ChemChina. Letztere haben offenbar vor dem Angebot an Syngenta bereits Interesse am Chemiekonzern Lonza (+0,2%) gezeigt. Im Winter 2011/12 habe ChemChina die Fühler nach Lonza ausgestreckt, sei aber von VR-Präsident Rolf Soiron zurückgewiesen worden, hiess es in einem Artikel der "SonntagsZeitung".

Givaudan sinken gegen den freundlichen Gesamttrend derzeit um 0,3%, nachdem Goldman Sachs das Rating für die Aktie auf "Neutral" zurückgenommen und den Titel von der "Pan-Europe Buy List" genommen hat.

Transocean büssen im vorbörslichen Geschäft als zweiter SMI-Wert nebst Givaudan an Terrain ein, dafür mit einem Minus von 3,2% deutlich. Der Betreiber von Ölbohr-Plattformen hat eine weitere vorzeitige Kündigung für eine Bohrplattform erhalten.

Im breiten Markt stehen nach Zahlen die Aktien des auf Asien ausgerichteten Handelskonzerns DKSH etwas unter Beobachtung. Mit dem ausgewiesenen Jahresergebnis lag das Unternehmen eher am oberen Ende der Erwartungen.

cf/ys

(AWP)