Aktien Schweiz Vorbörse: Start im Minus erwartet - Zurich im Fokus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag laut den vorbörslichen Indikationen erneut im Minus. Damit scheint die gestrige Erholungsbewegung nach den beiden tiefroten Handelstagen zu Wochenbeginn nur eine technische Reaktion gewesen zu sein. Die Zweifel an der weltweiten Konjunktur scheinen erneut die Oberhand zu gewinnen. Die Vorgaben aus den USA und Asien sprechen zumindest eine klare Sprache. Auf der Unternehmensseite stehen hierzulande Zurich nach Zahlen im Fokus.
11.02.2016 08:45

Die Signale aus Übersee fallen erneut klar gedämpft aus. Die Wall Street hat im späten Handel die Erholung abgebrochen und ist ins Minus gedreht. Die Sorgen über die US-Wirtschaft seien dort wieder in den Vordergrund gerückt, heisst es am Markt. Auch die Börsen in Hongkong und Singapur, die nach zwei Feiertagen wieder eröffnet haben, weisen rote Vorzeichen auf. In Festland-China bleiben die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen die gesamte Woche zu und auch in Japan wird heute ein Feiertag begangen.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,77% tiefer bei 7'672,52 Punkten. Am Vortag hatte der SMI fast 2% gewonnen. Das am Dienstag markierte Jahrestief liegt bei 7'540 Zählern.

Einzige vorbörsliche Gewinner sind die Aktien von Zurich Insurance mit +0,1%. Der Versicherungskonzern hat nach der jüngst erfolgten Gewinnwarnung wie erwartet deutlich tiefere Gewinnzahlen ausgewiesen. Die Dividende wird trotz des halbierten Gewinns mit 17 CHF stabil gehalten. Aufgrund von Wechselkurseffekten sanken sowohl im Leben- wie auch Nichtlebengeschäft die Prämieneinnahmen. Die Zahlen hätten keine zusätzlichen negativen Überraschungen gebracht, heisst es bei der UBS.

Die Aktien der beiden Grossbanken CS (-1,1%) und UBS (-1,2%) weisen vorbörslich grössere Abgaben aus. Auch hier verläuft der Erholungsversuch vom Vortag offenbar im Sande. Bei Julius Bär liegt das Minus mit -0,8% im Marktschnitt.

Grösste Verlierer sind einmal mehr die volatilen und stark vom Ölpreis abhängigen Transocean mit -3,3%. Im US-Handel hatten die Titel 1,5% abgegeben.

Ebenfalls erneut unter Druck dürften die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim (-1,0%) geraten. Die Aktien werden einerseits durch die schlechte Konjunkturstimmung und andererseits durch den Wechsel auf dem Posten des Verwaltungsratspräsidenten belastet. Auch andere Zykliker wie Adecco (-1,2%), ABB (-1,1%), Schindler oder Aryzta (je -0,9%) liegen vorbörslich deutlicher im negativen Terrain. Für Adecco hat Goldman Sachs das Kursziel auf 91 von 97 CHF gesenkt (Buy).

Die Schwergewichte Roche (-0,7%) und Novartis (-0,8%) folgen ebenfalls dem Markttrend gen Süden. Die Novartis-Tochter Sandoz hat die Annahme des Zulassungsantrags für das Biosimilar Pegfilgrastim bei der europäischen Zulassungsbehörde gemeldet. Für Roche hat Vontobel das Kursziel leicht nach unten angepasst. Nestlé geben mit -0,7% ebenfalls keine Stütze.

Lonza (-0,9%) hat indes einen Auftrag der US-amerikanischen Renova Therapeutics zur Produktion des Wirkstoffkandidaten RT-100 erhalten.

Am breiten Markt hat Mobimo (kein vorbörslicher Kurs) einen höheren Gewinn gemeldet und die Dividende angehoben. Der Komax-Verwaltungsrat will die Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung auf 15% von 5% erhöhen. Damit soll verhindert werden, dass ein Aktionär eine starke Minderheitsbeteiligung unter 33,3% erwerbt und damit faktisch die Gesellschaft beherrscht.

Die Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare hat sich bei einer Finanzierungsrunde am amerikanischen Biotechnologieunternehmen Armo Biosciences mit 10 Mio USD beteiligt.

yr/ys

(AWP)