Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefer auf breiter Front - Actelion weiter im Gespräch

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steuert am Donnerstag gemäss den vorbörslichen Notierungen auf eine tiefere Eröffnung zu. Die Vorgaben aus den USA sind knapp negativ, wobei der Dow Jones am Vorabend nach freundlichem Beginn stetig nachgelassen und letztlich auf dem Tagestief geschlossen hat. Als Einzeltitel bleiben Actelion im Fokus, nachdem die erst vor kurzem abgebrochenen Gespräche mit Johnson & Johnson wieder aufgenommen wurden.
22.12.2016 08:44

Der Anstieg des SMI scheint zumindest für den Moment gestoppt. Der Leitindex hat sich seit Monatsbeginn von unter 7'800 Punkten auf einen Stand wie zuletzt im September emporgearbeitet. Nach vier Tagen mit steigenden Kursen folgte am Mittwoch allerdings erstmals wieder eine Verschnaufpause mit minim rückläufigen Kursen. Das Geschehen hat sich zuletzt mangels Impulsen abgeflacht, was sich unmittelbar vor den Weihnachtstagen nicht mehr gross ändern dürfte, auch wenn am heutigen Nachmittag in den USA noch zahlreiche Konjunkturdaten publiziert werden.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,15% tiefer bei 8'221,71 Punkten.

Actelion werden im vorbörslichen Geschäft um 5,2% höher gehandelt als am Vortag, als der Titel bereits um über 6% angezogen hatte. Das Unternehmen hält sich mit einer überraschenden Wende in Sachen Johnson & Johnson (J&J) im Gespräch und die Übernahmefantasien wach. Man stehe in exklusiven Verhandlungen mit Johnson & Johnson über eine "mögliche strategische Transaktion", teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Dies nur eine Woche, nachdem J&J die Gespräche für beendet erklärt hatte, weil kein Mehrwert für die Aktionäre zu generieren sei. In der Folge wurde in Marktkreisen Sanofi als möglicher Käufer für Actelion ins Gespräch gebracht. In den USA zogen die ADR von Actelion am Mittwochabend nach Bekanntgabe der neuerlichen Gespräche mit J&J um gut 10% an.

Daneben legen einzig Roche (+0,1%) etwas zu. Das Pharmaunternehmen hat am Morgen über verschiedene Studiendaten berichtet. So hat das Unternehmen vielversprechenden Resultate von verschiedenen Phase-III-Studien zum MS-Medikament Ocrevus bei der Behandlung von MS vorgelegt sowie mit Emicizumab in einer weiteren Phase-III-Studie bei der Behandlung von Hämophilie den primären Endpunkt erreicht.

Novartis stehen aktuell unverändert. Der zweite im SMI gelistete Pharmamulti hat am Vorabend Stellung genommen zu der in Kolumbien verordneten Preissenkung für das Krebsmedikament Glivec. Novartis will sich dagegen wehren. Weiter haben die Basler über den Verkauf des Krebsmittels Odomzo berichtet, was zunächst eine Einmalzahlung von 175 Mio USD einbringt sowie später Meilensteinzahlungen.

Alle übrigen Blue Chips notieren tiefer, wobei ABB, Adecco und UBS mit einem Minus von je 0,7% die stärksten Abschläge verzeichnen. Um je 0,6% verbilligen sich Credit Suisse, Givaudan und LafargeHolcim, während Richemont, Swatch und Zurich um jeweils 0,5% zurückgenommen werden.

Im breiten Markt stehen Emmi nach einer Akquisition in Spanien oder Pax Anlage und Perrot Duval jeweils nach Zahlen etwas unter Beobachtung.

cf/rw

(AWP)