Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefer auf breiter Front - Risikoaversion hält an

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im vorbörslichen Geschäft auf breiter Front tiefer. Ob die Abwärtstendenz der vergangenen sechs Handelstage, als einzig am Montag ein leichtes Plus resultierte, gestoppt werden kann, scheint damit zweifelhaft. Die Vorgaben aus den USA geben kein klares Bild. Zwar hat der Dow Jones am Vortag ein kleines Plus erzielt, allerdings büsste der Index deutlich höhere Gewinne im Anschluss an die Publikation des Sitzungsprotokolls des letzten FOMC-Meetings wieder ein. In Asien geben die Kurse am Donnerstag mehrheitlich nach, belastet vor allem von schwachen Exportdaten aus China.
13.10.2016 08:43

Die Fed-Minutes hätten ein Auseinanderklaffen der Meinungen innerhalb der einzelnen stimmberechtigten Fed-Mitglieder gezeigt, heisst in Marktkreisen. Letztlich habe sich aber der Eindruck gefestigt, dass die Zinsen bald steigen sollten. Unter anderem wurde innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) darauf hingewiesen, dass die Glaubwürdigkeit des Fed leiden könnte, wenn immer wieder Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, aber effektiv nie umgesetzt werden. Die Risikoaversion der Investoren könnte damit anhalten, zumal auch der Volatilitätsindex VSMI die Schwelle von 15 Punkten wieder überschritten hat.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,26% tiefer bei 8'047,42 Punkten.

Die Mehrheit der vorbörslich gehandelten Titel weisen ein Minus im Bereich von 0,2 bis 0,3% aus, so etwa auch die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche. Für die beiden Pharma-Titel hat Jefferies das Kursziel jeweils leicht gekürzt, für beide aber das Rating "Buy" bestätigt.

Etwas aus der Reihe fallen Swatch mit einem Minus von 0,6%. Der Titel werde von den trüben Konjunkturdaten aus China am ehesten in Mitleidenschaft gezogen, so eine Marktstimme. Bei Richemont (-0,3%) ist diese Wirkung etwas kleiner.

Auch die Aktien des Waren- und Serviceprüfkonzerns SGS stehen mit ein einem Minus von 0,5% etwas überdurchschnittlich unter Druck. Der Titel werde von einer Rückstufung durch RBC auf "Underperform" etwas gebremst, heisst es im Handel.

Um jeweils 0,4% werden die Aktien von UBS und CS sowie von konjunktursensitiven Titeln wie LafargeHolcim, Adecco und ABB zurückgenommen. Auch hier zeigen die China-Daten ihre Wirkung. In entferntem Zusammenhang mit ABB gibt es indes auch positivere Nachrichten. So hat der internationale Roboter-Verband am Morgen global eine stark dynamische Nachfrage nach Robotern für die kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Die Nachfrage nach Service-Robotern stehe vor einem historischen Durchbruch, hiess es gar. Dies stützt die Pläne der Unternehmensleitung von ABB, welche in diesem Bereich für sich grosses Wachstumspotential reklamiert.

Bâloise (-0,3%) zeigen sich im Rahmen des Gesamtmarktes unauffällig. Der Versicherungskonzern hat am Morgen den Abgang des Finanz- und des Anlagechefs auf den nächsten Frühling bekanntgegeben, welche beide altershalber etwas kürzer treten wollen. Damit sollte genug Zeit für eine geordnete Nachfolgeregelung übrig bleiben.

Auch im breiten Markt ist die Nachrichtenlage dünn. Rieter hat in China eine Schadenersatzzahlung wegen einer Patentrechtsverletzung zugesprochen erhalten. Diese ist zwar klein, sie kommt aber von einem chinesischen Gericht und könnte deshalb gewisse Signalwirkung haben. Flughafen Zürich stehen nach den neuesten Passagierdaten etwas im Rampenlicht. Der Flughafen hat nach einem starken September die Guidance für die Passagierzahlen im Gesamtjahr nach oben revidiert, was sich auch auf den Gewinn positiv auswirken sollte.

cf/ys

(AWP)