Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefere Eröffnung erwartet - Actelion unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt bleibt auf Konsolidierungskurs und dürfte den Handel am Dienstag mit etwas tieferen Kursen eröffnen. Der Leitindex SMI startete am Montag schwach in die neue Woche, wobei vor allem Finanzaktien an Wert verloren haben. Belastet wird die Stimmung von den Sorgen im Vorfeld des italienischen Verfassungsreferendums vom Wochenende. Zudem haben die US-Börsen nach der jüngsten Rekordjagd einen Gang zurückgeschaltet. Händlern zufolge deuten die Stimmungsindikatoren an der Wall Street auf eine Überhitzung des Marktes hin. Hierzulande bleiben Actelion mit Übernahmegerüchten im Fokus.
29.11.2016 08:45

Das Ergebnis des Referendums, in dem es auch um die Zukunft des Regierungschefs Matteo Renzi geht, könnte nicht nur die nächste politische Krise im Land auslösen, sondern auch in die EU abstrahlen, so die Befürchtung vieler. Denn mit einem "No" würden sich die Italiener faktisch für Neuwahlen und damit wohl für einen europakritischeren Kurs entscheiden. Mit Spannung blicken die Anleger auch auf das Opec-Treffen vom Mittwoch in Wien. Im Vorfeld dazu konnten sich die erdölexportierenden Länder noch nicht auf Förderkürzungen einigen, was den Ölpreis aktuell unter Druck setzt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.25 Uhr um 0,17% tiefer bei 7'809,19 Punkten.

Bei Actelion (vorbörslich: -6,0%) dürften zuletzt erzielte Kursgewinne mitgenommen werden. Ende letzter Woche hatten Übernahmespekulationen den Kurs um mehr als 20% auf zuletzt 190 CHF gehievt. Actelion bestätigte, dass mit Johnson & Johnson Gespräche geführt werden und in Marktkreisen war zuletzt sogar von einem Transaktionspreis von bis zu 250 CHF je Aktie die Rede.

Allerdings könnte es bei den Gesprächen auch "nur" um eine Vereinigung Actelions mit Teilen des Pharma-Geschäfts von J&J gehen, wie die "Financial Times" berichtete. Dabei sollen sich die Amerikaner beim neu geschaffenen Unternehmen als Grossaktionär positionieren. Dieser Plan stösst an der Börse auf wenig Gegenliebe.

Mit einer festeren Eröffnung wird bei Sunrise (+0,9%) gerechnet. Im neusten Mobilfunknetz-Test des deutschen Branchenmagazins Connect liegt das Unternehmen vor Seriensiegerin Swisscom (unv.) und Salt. Gar um 2,2% klettern Temenos in die Höhe, nachdem die Bank Vontobel das Kursziel deutlich angehoben und das 'Buy'-Rating bekräftigt hat.

Ansonsten bewegen sich die meisten vorbörslich gehandelten Aktien kaum vom Fleck. So auch die Schwergewichte Novartis (unv.), Roche (unv.) und Nestlé (-0,1%). Mit Berenberg und Liberum haben gleich zwei Analystenhäuser das Kursziel für die Nestlé-Aktie gesenkt. Die Bank Berenberg empfiehlt die Titel aber weiterhin zum 'Kauf'. Mit dem neuen CEO Mark Schneider hofft der Experte auf mehr Kostendisziplin, eine stärkere Portfoliorestrukturierung und ein schnelles Wachstum der Sparte Health Science. Die Ratingerhöhung auf 'Strong Buy' durch S&P Global könnte derweil den Roche-Genussscheinen Auftrieb verleihen.

Die Bankaktien der Credit Suisse (-0,3%) und der UBS (-0,1%) dürften die gestrigen Abgaben noch ausweiten. In der Branche geht die Sorge um, dass eine Niederlage Renzis im Verfassungsreferendum die schwachen italienischen Institute gefährden könnte. Ausserdem wurden die Finanzwerte zuletzt durch eine Warnung vor Milliardenrisiken bei der Monte dei Paschi belastet.

Im breiten Markt richtet sich der Blick der Anleger auch auf das Pharmaunternehmen Cosmo, das heute ein Investorentreffen durchführt. Cosmo kündigte dabei Details zu zwei erfolgreichen Phase-III-Studien mit dem Produktkandidaten Zemcolo gegen Reisedurchfall sowie zum Kontrastmittel LuMeBlue an.

Zudem hat die auf Sportmarkten spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Airesis für Le Coq Sportif eine Gewinnwarnung ausgesprochen und bei Evolva übernimmt Oliver Walker ab Dezember die Aufgabe des Finanzchefs. Bereits im September hatte Evolva bekannt gegeben, dass der bisherige CFO Jakob Dynnes Hansen das in den Bereichen Gesundheits-, Ernährungs- und Wellness-Produkte aktive Unternehmen verlassen wird.

mk/cp

(AWP)