Aktien Schweiz Vorbörse: Tiefere Eröffnung erwartet - Sorgen um Deutsche Bank

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte zum Wochenschluss weiter nachgeben, denn die Vorgaben aus Übersee sind schwach. Die US-Indizes rutschten nach dem Börsenschluss in Europa noch deutlich ab und beendeten den Handel klar im Minus. Die Stimmung wurde durch einen Medienbericht belastet, wonach einige Hedgefonds Geldbestände bei der Deutschen Bank abgezogen hätten. Die Sorgen hinsichtlich des Zustandes der Finanzbranche hätten zugenommen, und vor allem hätten sich die Marktteilnehmer an der Wall Street erschrocken von den Kursverlusten bei der Deutschen Bank gezeigt, heisst es am Markt.
30.09.2016 08:45

Auch in Asien gaben die Börsen mehrheitlich deutlich ab. Zudem fallen die Ölpreise wieder: Nach dem starken Preisanstieg im Zuge der überraschend angekündigten Einigung der Opec-Länder auf eine Fördergrenze am Mittwoch, kommt es auch zu Gewinnmitnahmen. Im Hinterkopf der Investoren bleiben zudem die Geldpolitik des US-Fed sowie die anstehende US-Präsidentschaftswahl. Im Tagesverlauf könnten noch die Verbraucherpreise aus der Eurozone von Interesse sein; am Nachmittag werden in den USA der Einkaufsmanagerindex in der Region Chicago sowie das Konsumklima der Universität Michigan veröffentlicht.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,80% tiefer bei 8'098,63 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich zu dem Stand ein Minus von 2% ab und für den zu Ende gehenden Monat September ein solches von gut 1%. Die meisten Blue Chips notieren in einer Range von -0,5% bis -1,0%.

Aus der Reihe tanzen die Bankentitel UBS (-2,5%) und Credit Suisse (-2,6%), aber auch Julius Bär (-1,4%) dürften sich den Ängsten im Sektor nicht entziehen können. Die Sorgen um die Deutsche Bank belasten die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten schwer. Einige Hedgefonds - Kunden im sogenannten Derivate-Clearing - hätten überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Vorabend unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank. Das Finanzhaus steht derzeit stark unter Druck, weil ihr von der US-Justiz im Hypotheken-Streit eine Rekordstrafe von 14 Mrd USD angedroht wurde.

Auch wenn Analysten die Finanzlage der Bank in einer ersten Reaktion als stabil einstufen, an der Wall Street wie auch am Morgen in Asien zeigten sich die Anleger sichtlich besorgt. Am Vorabend waren die Papiere der schwer angeschlagenen grössten Bank Deutschlands auf der Handelsplattform Tradegate auf ein neues Rekordtief von 10,00 Euro abgestürzt, nachdem sie im Xetra-Handel noch bei 10,875 Euro geschlossen hatten. Im New Yorker Handel brachen Deutsche Bank um 6,7% ein.

Auch ABB (-1,0%) sind vorbörslich überdurchschnittlich belastet. Der Technologiekonzern hat das im September 2014 angekündigte Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und insgesamt 171,34 Mio Aktien für eine Gesamtsumme von 3,5 Mrd USD erworben. Das entspricht rund 7,4% des Aktienkapitals.

Deutlicher tiefer stehen zudem noch Adecco und Actelion (je -1,0%). Geringere Verluste verbuchen dagegen Geberit, SGS, Swiss Life und Swisscom (je -0,5%).

Auf dem Nebenschauplatz haben Unternehmen wie Addex und Perfect Holding vor Handelsstart Halbjahreszahlen vorgelegt - ohne vorbörslichen Kurs.

ys/ra

(AWP)