Aktien Schweiz Vorbörse: Verhaltener Start erwartet

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Donnerstag ein verhaltener Start in den Dezember ab. Händler verweisen auf die Vorgaben der Wall Street. Dort hatten die Standardwerte am Vortag zwar zunächst ihre Rekordjagd wieder aufgenommen, der Dow Jones erreichte zwischenzeitlich ein historisches Hoch, schloss am Ende aber nahezu unverändert. In Asien zeigen sich die wichtigsten Handelsplätze am Donnerstagmorgen derweil überwiegend freundlich.
01.12.2016 08:42

Insbesondere die kräftig anziehenden Ölpreise sorgten für Rückenwind an den Märkten. Ausgelöst wurden sie von der beschlossenen Fördersenkung des Opec-Kartells um 1,2 Millionen Barrel täglich. Allerdings ist diese Übereinkunft mit Vorsicht zu geniessen, da die Opec-Kürzung ab Januar zunächst auf ein halbes Jahr begrenzt ist. Im weiteren Tagesverlauf dürften vor allem die PMI Einkaufsmanager-Indizes hierzulande, in Europa und den USA für Bewegung sorgen, ebenso wie zahlreiche US-Daten am Nachmittag.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,10% tiefer bei 7'867,12 Punkten. Am Vortag hatte der Leitindex einen bewegten November, in dem er sich zwischen einem Tief bei knapp unter 7'600 Punkten und einem Hoch bei annähernd 8'000 Zählern bewegt hat, mit einem Plus von 0,6% beendet.

Die vorbörslichen Kurse im SMI bewegen sich von -1,1% bis +0,9%. Marktbewegende Unternehmensnachrichten sind Mangelware. In diesem Umfeld dürften vor allem die Vorgaben für Impulse sorgen. So hatten in den USA am Mittwoch vor allem Aktien aus dem Energiesektor von der Einigung der Opec auf eine Förderkürzung und dem entsprechenden Preisanstieg beim Öl profitiert. Unter den SMI-Mitgliedern halten sich SGS-Aktien mit einem Abschlag von 0,1% mit am besten. Der Warenprüfkonzern hat ein wichtiges Standbein im Ölgeschäft.

Die gestiegenen Ölpreise haben aber vor allem das Thema Inflation wieder in den Vordergrund gerückt, heisst es von Händlerseite. Davon haben an der Wall Street sowohl Finanz-Titel als auch Zykliker profitiert.

Hierzulande zeigen sich diese Werte vorbörslich dagegen unbeeindruckt davon. So gehören etwa die Aktien der UBS mit -0,3% vorbörslich zu den grössten Verlieren. Am Vorabend hatten die Aktien noch zu den grössten Gewinnern zum Handelsschluss gezählt. Credit Suisse und Julius Bär tendieren beide mit -0,2% ebenfalls schwächer.

Die grössten vorbörslichen Abschläge weisen Syngenta-Aktien (-1,1%) auf. Die chinesische ChemChina plant laut Medienberichten, sich über einen Fonds Mittel zur Übernahme des Agrochemie-Konzerns zu besorgen. Damit werden die Fragezeichen hinter dem geplanten Deal eher mehr als weniger, heisst es im Handel.

Von den drei Schwergewichten erweisen sich die beiden Pharmawerte Novartis und Roche (beide -0,2%) als Belastungsfaktoren für den vorbörslichen Gesamtmarkt. Sie folgen damit dem Trend an den US-Börsen, wo Pharma- und Gesundheitswerte als defensive Vertreter am Mittwoch gemieden wurden.

Nestlé-Titel (+0,3%) bilden dagegen zusammen mit Geberit (+0,9%) die positiven Ausreisser im vorbörslichen Handel. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat der Nahrungsmittelkonzern eine Methode gefunden, um die Menge von Zucker in Schokolade zu verringern.

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit zeigt sich unterdessen mit dem allgemeinen Geschäftsgang ebenso zufrieden wie mit der Integration der skandinavischen Sanitec. Das Geschäft laufe grundsätzlich weiterhin gut, sagt CEO Christian Buhl in einem Interview mit AWP.

Im breiten Markt heben sich noch Sulzer (-0,2%) mit einem weiteren Zukauf ab. Der Industriekonzern übernimmt die Kontrolle über das Gasturbinengeschäft von Rotec, deren Sitz in Moskau ist.

hr/cp

(AWP)