Aktien Schweiz Vorbörse: Verschnaufpause - Bankaktien unter Druck

Zürich (awp) - An der Schweizer Börse werden am Dienstag laut der vorbörslichen Indikation die jüngsten Gewinne verdaut. Der Leitindex SMI dürfte nach der rasanten Erholung der vergangenen Tage zunächst eine Pause einlegen, hiess es im Handel. Für Rückenwind hatte jüngst neben einem guten US-Arbeitsmarktbericht auch die reduzierte Unsicherheit mit Blick auf die politische Führung Grossbritanniens gesorgt, hiess es aus dem Handel. So wurde mit Theresa May rasch eine Nachfolgerin für den noch amtierenden Premierminister David Cameron gefunden.
12.07.2016 08:45

Die Vorgaben der internationalen Leitmärkte würden derweil einen weiteren Anstieg unterstützen. An der Wall Street kletterte der S&P-500 auf ein Rekordhoch und auch an den Börsen Asiens ging es überwiegend nach oben. Für Zuversicht sorge auch der Zahlenkranz des Aluminium-Konzerns Alcoa, der nicht so schlecht wie befürchtet ausgefallen sei. Alcoa macht traditionell den Auftakt für die Saison der US-Quartalsberichte.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,24% tiefer bei 8'097,39 Punkten. Dabei wird das Gros der Blue Chips mit einem Abschlag von 0,1 bis 0,2% gehandelt.

Marktbewegende News sind bei den Blue Chips Mangelware; daher sind es vor allem Analystenvoten, welche die Kurse lenken. So notieren etwa Adecco deutliche 0,7% tiefer, nachdem das Aktienresearch von HSBC die Einstufung für Adecco auf Hold von Buy gesenkt hat. Gleichzeitig setzt der zuständige Analyst ein neues Kursziel von 51 nach bisher 80 CHF. Angesichts der Unsicherheit, die wegen des Brexit auftauche, habe er seine Aussichten für das organische Wachstum in Grossbritannien gesenkt, so der Experte.

Für den Sanitärtechniker Geberit (-0,6%) senkt ebenfalls HSBC das Kursziel, während es für LafargeHolcim (+0,3%) erhöht wurde. Die wirtschaftliche Abschwächung, mit der durch den Brexit zu rechnen sei, scheine vollständig in den Kurs eingepreist zu sein, hiess es mit Blick auf dem Zementhersteller.

"Daumen nach unten" hiess es bei Bernstein zu den beiden Grossbankenaktien Credit Suisse (-0,8%) und UBS (-1,3%). Die Amerikaner nehmen die Abdeckung für beide Papiere mit dem Rating "Underperform" auf und versehen sie jeweils mit einem einstelligen Kursziel. Für die Credit Suisse sind es 6 CHF, für die UBS immerhin 8 CHF.

Letztere gerät laut "NZZ" nun auch in den Strudel des Korruptionsfalls um den malaysischen Staatsfonds 1MDB. Dokumente sollen belegen, dass auch die Grossbank eine fragwürdige Rolle gespielt habe, so das Blatt.

Am breiten Markt gibt es weitere Vorboten der Berichtssaison. So hat die auf industrielle Automatisierung spezialisierte Perrot Duval ihren Gewinn - von einem sehr tiefen Niveau aus - verzehnfacht. Vorbörsliche Kurse gibt es zu diesen Valoren nicht.

Ins Schlaglicht rücken auch die Papiere des Fintech-Unternehmens Leonteq. Dort hat die als aktiver Investor bekannte Veraison ihre Beteiligung zügig auf über 5% ausgebaut. Erst letzte Woche hatte die Beteiligungsgesellschaft ihren Einstieg bei Leonteq mit einem Anteil von 3,22% gemeldet, was den Papieren innert dreier Handelstagen zu einem Kursplus von mehr als 20% verhalf.

ra/cf

(AWP)