Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Abgaben erwartet - ABB nach Zahlen unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte den Handel am Donnerstag erneut mit Kursverlusten eröffnen und den zuletzt gesehenen Abwärtstrend fortsetzen. Schwächelnde Ölpreise, durchwachsene Unternehmenszahlen und Verluste an den Börsen in Asien drückten auf die Stimmung, heisst es. In der Schweiz haben eine Reihe von Unternehmen Geschäftszahlen präsentiert, so auch ABB, Clariant und Sika.
27.10.2016 08:45

Die weltweiten Verluste an den Aktien- und gleichzeitig an den Anleihemärkten könnten Anzeichen für "etwas Grösseres" sein, meint ein Händler. So setze sich mit Blick auf das Jahresende hin verstärkt die Meinung durch, dass die US-Notenbank noch im Dezember den nächsten Zinsschritt durchführen werde. Anlass zu dieser Annahme hätten gute Daten sowohl zur Produktion als auch aus dem Dienstleistungssektor der weltgrössten Volkswirtschaft gegeben, heisst es weiter.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,30% tiefer bei 7'868,76 Punkten. Zu Beginn der Woche lag der SMI noch über der Marke von 8'000 Punkten.

Im Fokus stehen am Berichtstag Unternehmen, die Geschäftszahlen vorgelegt haben; allen voran ABB (vorbörslich: -3,3%). Der Industriekonzern hat im dritten Quartal die schwache Nachfrage in einzelnen Absatzmärkten zu spüren bekommen, deutlich weniger Aufträge an Land gezogen und damit auch die Markterwartungen klar verfehlt. Immerhin fiel der Reingewinn etwas höher als erwartet aus. Gleichzeitig mit der Zahlenpublikation überraschte der Konzern mit dem Wechsel des Finanzchefs.

Ebenfalls unter Druck stehen im vorbörslichen Geschäft Clariant (-1,7%). Der Chemiekonzerns hat im dritten Quartal weniger umgesetzt, den operativen Gewinn aber gehalten. Mit den Zahlen hat die Gruppe die Vorgaben der Analysten knapp verfehlt.

Besser als ABB und Clariant erging es Sika (+0,8%). Der im Übernahmekampf steckende Bauchemie- und Klebstoffhersteller hat die Ergebnisse im dritten Quartal auf neue Rekordwerte gesteigert und sich auf Gewinnebene besser als von Analysten erwartet entwickelt. Die Wachstumsprognosen für das gesamte Jahr wurden derweil bestätigt.

Die Aktien von SGS (-0,9%) stehen derweil im Vorfeld des zweitägigen Investorentreffens in Polen leicht unter Druck, während sich die Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis (je -0,1%) und Roche (-0,2%) kaum vom Fleck bewegen.

Credit Suisse und UBS geben im vorbörslichen Geschäft um 0,2% bzw. 0,3% nach. Allerdings könnten die Bankaktien im Handelsverlauf Unterstützung von der Deutschen Bank erhalten. Das deutsche Institut hat die Anleger mit guten Quartalszahlen überrascht, die vor allem vom anziehenden Handelsgeschäft getragen werden.

Die Uhrentitel von Swatch und Richemont (je -0,2%) büssen im Rahmen des Marktes an Wert ein. Zu Reden gibt der Entscheid der Weko, die mit der Swatch Group im Jahr 2013 getroffene Regelung bezüglich Lieferverpflichtungen für Eta-Uhrwerke beizubehalten. Swatch hatte ein Gesuch zur Überprüfung dieser Regelung gestellt.

Auch im breiten Markt haben einige Unternehmen Zahlen vorgelegt. So etwa der Dentalimplantathersteller Straumann (+0,1%), der die Umsatzerwartungen getroffen und die Guidance bestätigt hat. Derweil hat der Industriekonzern Bucher (kein vorbörslicher Kurs) für die ersten neun Monate Rückgänge sowohl im Umsatz als auch im Auftragseingang vermeldet.

Logitech (+0,8%) könnten derweil die starken Kursavancen des Vortages noch ausbauen. Die Titel waren am Mittwoch nach Zahlen um beinahe 17% in die Höhe geklettert.

mk/cp

(AWP)