Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Abschläge erwartet - Verunsicherung vor US-Wahl

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Mittwoch mit weiteren Abschlägen in den neuen Handelstag starten. In der Woche vor der US-Präsidentenwahl scheint die Verunsicherung die Aktienmärkte im Griff zu haben, umso mehr als der als unberechenbar geltende Kandidat Donald Trump zuletzt in den Umfragen deutlich Boden gut gemacht hat. Am Vorabend hatten auch die US-Börsen klar nachgegeben und die asiatischen Börsen verzeichneten in der Nacht auf Mittwoch deutliche Abschläge. Gleichzeitig ist der Volatilitätsindex VSMI deutlich angestiegen.
02.11.2016 08:45

Im Blickpunkt steht am Mittwoch zudem die Sitzung der US-Notenbank Fed, deren Resultate am Abend nach Börsenschluss in Europa publiziert werden. Ein Zinsschritt kurz vor der Wahl wird zwar nicht erwartet, allerdings werden die Marktteilnehmer darauf achten, welche Signale das Fed bezüglich der erwarteten Leitzinserhöhung im Dezember aussendet. Daneben wird am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht in den USA auf Beachtung stossen, der als Indikation für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag gilt.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr um 0,60% tiefer bei 7'715,23 Punkten.

Klare Abschläge erleiden vorbörslich zyklische Titel wie Adecco oder ABB (vorbörslich -0,9%). Goldman Sachs hat das "Neutral"-Rating für die ABB-Aktien nach als "schwach" bewerteten Zahlen zum dritten Quartal des Industriekonzerns bekräftigt - die Titel seien derzeit fair bewertet, so die Analysten der US-Investmentbank. Dagegen bleibt das Goldman Sachs-Aktienresearch für die Geberit-Titel (-0,5%) nach Quartalszahlen bei seiner Kaufempfehlung.

Ebenfalls klar im Minus stehen vorbörslich Grossbankentitel UBS (-1,0%) und CS (-0,8%). Wie am Vorabend bekannt wurde, expandiert die CS in China und bietet den dortigen Kunden nach den Konkurrenten wie UBS oder Goldman Sachs nun ebenfalls Dienstleistungen im Handel vor Ort an.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,6%) und Roche (-0,5%), die am Vortag die hiesigen Indizes belastet hatten, werden ebenfalls schwächer gesehen. Die Analysten von Berenberg haben am Mittwoch ihr "Buy"-Rating für die Roche-Titel bekräftigt, wobei sie nicht zuletzt auf anstehende Studiendaten zum Brustkrebs-Mittel Perjeta verweisen.

Am breiten Markt hat der Schokolade-Produzent Barry Callebaut (Aktien -2,2%) seine Zahlen zum per Ende August abgeschlossenen Geschäftsjahr 2015/16 vorgelegt und dabei insgesamt etwas unter den Erwartungen abgeschnitten. Das Management zeigt sich aber zuversichtlich und bestätigt die Mittelfrist-Ziele.

Das Industrieunternehmen OC Oerlikon (Titel -2,2%) muss im dritten Quartal 2016 aufgrund seiner schwachen Segmente Manmade Fibers und Drive Systems einen Umsatz- und Gewinnrückgang ausweisen und verfehlt damit die Erwartungen recht deutlich. Die Guidance für das laufende Jahr wird vom Management aber dennoch bestätigt.

Gegen den Trend notieren Temenos (+0,2%) vorbörslich im Plus. Der Bankensoftware-Spezialist hat vorbörslich die Aufnahme eines Aktienrückkaufprogramm über maximal 100 Mio USD für den morgigen Donnerstag angekündigt. Der Anbieter will bis Ende 2017 rund 2,4% seines Aktienkapitals am Markt zurückkaufen.

tp/cf

(AWP)