Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Erholung angezeigt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch vor dem offiziellen Handelsbeginn fest. Damit scheint sich die am Vortag eingeleitete Erholungsbewegung auf die massiven Brexit-Verluste vorerst fortzusetzen, wenn auch weniger schwungvoll. Die Vorgaben der wichtigsten Überseebörsen sind positiv. An der Wall Street machte der US-Leitindex Dow Jones nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa noch knapp 1% gut. Auch in Asien stehen die Ampeln auf Grün.
29.06.2016 08:45

Die Unsicherheit bleibt nach dem EU-Aus der Briten allerdings unverändert hoch. Händler warnen daher vor zu viel Optimismus. Die Stimmung könne jederzeit wieder kippen. Am Mittwoch richten sich die Blicke der Investoren auf die Tagung der 27 EU-Regierungschefs. Thema dieses Treffens ohne Grossbritannien ist vor allem die Zukunft Europas. Auf der Konjunkturseite stehen am Vormittag Angaben zum Wirtschafts-, Industrie- und Konsumentenvertrauen in der EU auf dem Programm und am Nachmittag US-Daten zu den Konsumausgaben und dem Immobilienmarkt. Durch die Realität des Brexit dürften die EU-Zahlen allerdings zur Makulatur geworden sein.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.20 Uhr 0,70% höher auf 7'828,36 Punkten.

Geberit fallen mit Aufschlägen von 1,5% etwas aus der Reihe. Der Sanitärtechnikkonzern trennt sich von der Koralle Gruppe mit einem Umsatz von 40 Mio EUR, die er im Rahmen der Sanitec-Akquisition im Jahr 2015 übernommen hatte. Geberit optimiere das Sanitec-Portfolio, heisst es bei Vontobel. Der Verkauf werde einen kleinen, aber positiven Effekt auf die Margen und die Profitabilität haben. Käufer ist der Bauzulieferer AFG, für dessen Aktien vorbörslich kein Kurs gestellt wird.

LafargeHolcim (+1,4%) hatten bereits am Vortag überdurchschnittlich zugelegt, wobei eine Kaufempfehlung aus dem Hause Goldman Sachs unterstützte. Aufgrund eines relativ bedeutenden Geschäftsanteils in Grossbritannien standen die Aktien des Zementherstellers zuletzt allerdings überdurchschnittlich unter Druck. Das Erholungspotential ist dementsprechend gross. Das gleiche gilt für Adecco (+1,0%).

Auch die Grossbankenwerte UBS und CS (je +1,2%) präsentieren sich relativ stark. Am Vortag hatten die beiden Titel an der kräftigen Erholung des Gesamtmarkt aber nicht teilgenommen.

Nestlé (+0,6%) stehen weiter unter Beobachtung. Am Vortag hatten die Indexschwergewichte nach der Ankündigung des CEO-Wechsels einen starken Lauf und über 3% zugelegt.

Die einzigen Verlierer sind Richemont (-0,2%), für die sowohl HSBC als auch Goldman Sachs das Rating gesenkt hat (auf "Hold" bzw. "Neutral"). Auch Swatch (+0,1%) schneiden schwach ab. Hier hat HSBC auf "Reduce" gesenkt. Im Zuge des Brexit-Schocks waren beide Aktien auf neue Mehrjahrestiefststände gefallen.

Im breiten Markt sind GAM (+1,8%) im Blick. Der Vermögensverwalter übernimmt die britische Cantab Capital Partners mit verwalteten Vermögen von 4,0 Mrd USD. Zum Vergleich: GAM hatte per Ende 2015 119,0 Mrd CHF ausgewiesen. Der Kauf wird durch die bestehenden liquiden Mittel finanziert, der Rückkauf eigener Aktien im Rahmen des bis 28. April 2017 laufenden Programms wird ausgesetzt. Mit der Übernahme ziele GAM auf den Zugang zu neuen Technologien sowie zu anderen Anlageklassen ab, so Vontobel.

cp/tp

(AWP)