Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Gewinne vor Brexit-Referendum erwartet

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich zur Wochenmitte eine etwas festere Eröffnung ab. Damit winkt dem SMI der vierte Handelstag mit Gewinnen. Besonders kräftig legte der Leitindex am Montag zu, als die Befürchtungen vor einem möglichen Brexit wieder etwas weniger geworden sind.
22.06.2016 08:45

Auch am Mittwoch lassen sich die Anleger vom nahendem Referendum in Grossbritannien wohl weiter nicht beirren: Investoren würden die Möglichkeit eines Ausstiegs aus der EU am (morgigen) Donnerstag weiter "auspreisen", obwohl die Umfragen weiterhin auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürworter und Gegner deuteten, so ein Marktkommentar. Anhaltende Unterstützung kommt zudem von der Wall Street: Aktuell werden für den US-Leitindex leichte Gewinne im Vergleich zu seinem Niveau zum Europa-Schluss am Vortag taxiert. Die Vorgaben aus Asien sind gemischt mit leichten Gewinnmitnahmen in Japan und moderaten Gewinnen in China.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 08.20 Uhr 0,32% auf 7'961,48 Punkte.

Julius Bär (+1,3%) stechen mit einem kräftigen Plus hervor, nachdem Citigroup die Aktien des Vermögensverwalters neu zum Kauf empfiehlt. Die langfristigen Aussichten seien weiterhin intakt und es empfehle sich, in der Schwächephase zu kaufen, heisst es. Auch die Grossbankentitel Credit Suisse (+0,4%) und UBS (+0,5%) verzeichnen vorbörslich klare Gewinne.

Deutlich besser gestellt werden zudem Schindler (+0,9%). Hier hat RBC das Rating für die Partizipationsscheine auf "Sectorperform" von zuvor "Underperform" erhöht.

LafargeHolcim (+0,4%) wehrt sich indes gegen Vorwürfe um ein Zementwerk in Syrien, was aber nicht sonderlich kursrelevant zu sein scheint. Die französische Zeitung "Le Monde" hat dem Konzern in einem Artikel vorgeworfen, "zweifelhafte Arrangements" mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingegangen zu sein. Die Priorität der damaligen Lafarge sei die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeitenden gewesen, betont LafargeHolcim dagegen in einer Stellungnahme.

UBS bewertet die Aktien des fusionierten Zementkonzerns unterdessen nach wie vor mit "Neutral". Der zuständige Analyst sieht weiterhin einige Herausforderungen, mittelfristig aber Potential, wenn die Integration vollständig abgeschlossen ist und Schulden abgebaut sind.

Swisscom (+0,2%) könnten etwas unter dem Markt eröffnen. Der Telekomkonzern sieht sich mit einem gerichtlichen Nachspiel wegen des Verkaufs der Inseratevermarkterin Publicitas an die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius 2014 konfrontiert. Vor dem Handelsgericht Zürich sind mehrere Klagen hängig, wie ein Swisscom-Sprecher einen FuW-Artikel bestätigte. Aurelius beschuldigt Swisscom, nicht umfassend über den Wegfall der NZZ als Kunde informiert zu haben, was der Telekomkonzern bestreitet. Swisscom erhebt ihrerseits Forderungen an Aurelius aus dem Konkurs des Outsourcing-Unternehmens Xentive.

Für Givaudan (+0,4%) bestätigte Deutsche Bank die Kaufempfehlung nach einem Treffen mit dem Management des Aromen- und Riechstoffherstellers.

ys/uh

(AWP)