Aktien Schweiz Vorbörse: Weitere Verluste in Aussicht

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Dienstag eine schwache Startphase ab. Bereits die vergangenen vier Handelstage hatte der SMI an Terrain eingebüsst und über die vergangenen zwei Wochen gerechnet rund 6% nachgegeben. Die bestehenden Unsicherheiten bezüglich der Brexit-Abstimmung in Grossbritannien sowie im Hinblick auf die in dieser Woche anstehenden geldpolitischen Entscheide der Notenbanken in den USA, Japan und Schweiz würden die Kauflaune vermiesen, hiess es im Handel.
14.06.2016 08:46

Von den wichtigsten Aktienmärkten aus Übersee kommt keine Unterstützung. So schloss der Dow Jones Industrial knapp 130 Punkte unter dem Stand, den er bei Handelsende in Europa hatte. Auch an der Börse in Tokio ging es weiter abwärts. Die Kursverluste gehen einher mit einer stark anziehenden Volatilität. So notiert der hiesige VSMI derzeit auf einem Niveau wie zuletzt im Februar, als die Finanzmärkte ebenfalls im Krisenmodus waren.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) steht um 08.20 Uhr 0,37% tiefer bei 7'753,38 Punkten.

Die grössten Verluste verzeichnen dabei die Zykliker ABB und Adecco sowie die eher defensiven Givaudan und die Grossbankenwerte UBS und Credit Suisse, die allesamt 0,5% tiefer taxiert werden. Bei der Credit Suisse hat die seit zehn Jahren investierte US-Fondsgesellschaft Harris Associates ihren Anteil auf über 5% ausgebaut. Dies allerdings bereits vor der jüngsten Kursschwäche.

Im Blick sind auch Nestlé (-0,4%), nachdem die Konkurrentin Danone ihre Prognosen aufgrund einer aufkommenden Dynamik im wichtigen chinesischen Markt konkretisiert hat.

Novartis (-0,4%) fallen nach Produktnews nicht auf. Das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya der Basler kann in seltenen Fällen progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) auslösen. Das bei MS-Patienten gefürchtete Virus, das das Gehirn zerstören kann, war bislang von offizieller Seite nicht in Zusammenhang mit Gilenya gebracht worden.

Am breiten Markt sind die Aktien des Innerschweizer Industriekonzerns Dätwyler nach einer Grossübernahme im Blick. Mit der Akquisition der britischen Premier Farnell wird der Umsatz auf 2,5 Mrd CHF mehr als verdoppelt. Dätwyler bietet 165 Pence in bar für jede Aktie, womit das Unternehmen auf 1,09 Mrd CHF bewertet wird. Ein hoher Preis, heisst es bei der Bank Vontobel. Die strategische Logik der Transaktion wird aber begrüsst.

Heftig unter die Räder kommen im vorbörslichen Geschehen die Aktien von GAM (-8,9%) nach einer happigen Gewinnwarnung. Die Vermögensverwalterin stellt für das erste Halbjahr einen Rückgang des operativen Gewinns um ungefähr 50% in Aussicht. Dies aufgrund tieferen performanceabhängigen Erträgen.

Angaben zur Geschäftsentwicklung machte auch die VP Bank. Sie rechnet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2016 mit einem Rückgang des Konzerngewinns. Unter Ausklammerung des im Vorjahr verbuchten positiven Einmaleffekts durch die Integration der Centrum Bank wird der operative Konzerngewinn deutlich über dem Wert des Vorjahres erwartet.

BKW tätigte eine kleinere Übernahme im Bereich Gebäudetechnik und Charles Vögele delegiert den Verkaufsprozess für das Belgien-Geschäft an einen Sachwalter.

cp/ys

(AWP)