Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig Bewegung vor Fed erwartet - Actelion im Fokus

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich am Mittwoch ein ruhiger Start in den Handelstag ab. Die Vorgaben der Wallstreet sind nur leicht positiv. Die dortigen Indizes hatten zwar am Vorabend neue Höchstwerte erreicht, und der Dow Jones Industrial hatte sich dabei der Marke von 20'000 Punkten genähert; allerdings begann diese Entwicklung noch während des Handels in Europa. Am hiesigen Markt sorgen einmal mehr Actelion für Gesprächsstoff, nachdem Johnson & Johnson aus dem Bieterrennen ausgestiegen ist.
14.12.2016 08:45

Viele Investoren würden nun zur Wochenmitte eine abwartende Haltung einnehmen, ist am Markt zu hören. Ihre Aufmerksamkeit sei ganz auf die amerikanische Notenbank gerichtet, von der am Abend - nach Handelsschluss in Europa - der zweite Zinsschritt erwartet wird. Gespannt sind die Investoren vor allem auf den Ausblick. Zu erwarten sei von der Notenbank eine Bestätigung des bisherigen "Outlooks", heisst es etwa bei der Credit Suisse: "Falls sie jedoch überraschend viele Zinserhöhungen andeuten sollte, könnte die Volatilität etwas steigen", wird betont.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,05% tiefer bei 8'158,78 Punkten.

Vorbörslich zeigen Actelion mit -3,7% die mit Abstand grösste Kursveränderung. In der Nacht auf Mittwoch ist bekannt geworden, dass der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgibt. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" konkretisiert sich hingegen das Angebot des französischen Sanofi-Konzerns. Das Allschwiler Unternehmen bestätigt, dass Gespräche mit "einer weiteren Partei" geführt würden. Die Actelion-Papiere sind seit Ende November, als die Übernahmegerüchte aufkamen, um knapp ein Drittel gestiegen.

In einem Analystenkommentar wird nun ein Deal mit Sanofi als "schwierig" bezeichnet - unter anderem, weil Actelion eine hohe Übernahmeprämie fordere und auf P/E-Basis bereits 80% höher als der französische Konzern bewertet sei. Die Experten von S&P Global senken daher ihr Rating auf "Sell" von "Hold".

Abgesehen davon sind News zu den Unternehmen Mangelware, und die Ausschläge halten sich denn auch in sehr engen Grenzen. Das gilt auch für die drei Schwergewichte Novartis und Roche (unv.) und Nestlé (+0,1%), die am Vortag mit ihren Avancen den Gesamtmarkt noch nach oben gezogen hatten.

Die beiden Ausnahme unter den Blue Chips sind LafargeHolcim (-0,6%) und Geberit (+0,5%). Die Aktie des Zementherstellers wird laut Händlern von einer Ratingsenkung durch Merrill Lynch belastet. Für Geberit wiederum hat Berenberg das Kursziel erhöht, allerdings auf einen Wert unter dem aktuellen Kurs.

Auch am breiten Markt herrscht Nachrichtenflaute. Der Bankensoftware-Hersteller Temenos (+1,6%) erhält einen laut eigenen Angaben strategisch wichtigen Auftrag in den USA, beim Vermögensverwalter GAM (+0,1%) kommt es zu Veränderungen im Top-Management, und der Flughafen Zürich (kein vorbörslicher Kurs) erhöht seine Prognose für das Passagierwachstum im laufenden Jahr.

rw/tp

(AWP)