Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert gesehen - CS-Quartalszahlen im Zentrum

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag wenig verändert in den neuen Handelstag starten. Die US-Börsen geben keine eindeutige Richtung vor, während die asiatischen Aktienmärkte in der Nacht auf Donnerstag schwächer tendiert haben. Im Fokus der Märkte steht die Sitzung der US-Notenbank vom Vorabend: Das Fed hatte den Leitzins wie erwartet nicht verändert, aber auch keine klaren Hinweise auf den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gegeben. Immerhin bleibe damit die Türe für eine US-Zinserhöhung im September weiterhin offen, hiess es in ersten Kommentaren.
28.07.2016 08:45

Die Notenbanken bleiben auch weiterhin im Blickpunkt der Investoren: Nun richtet sich der Blick bereits auf den Zinsentscheid der Bank of Japan am Freitag. Auf Konjunkturseite werden am Donnerstag die Zahlen zum Geschäftsklima in der EU sowie die Arbeitsmarkt- und Teuerungsdaten auf Interesse stossen. Gleichzeitig setzt sich die Halbjahres-Berichtssaison mit den Quartalszahlen der Grossbank Credit Suisse und des Chemiekonzerns Clariant fort.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert um 08.25 Uhr 0,07% höher bei 8'227,41 Punkten. Die meisten Blue Chips notieren dabei um dem Vortagesschluss.

Deutlich fester dürfte allerdings Credit Suisse (vorbörslich +3,7) in den Handel starten. Die Grossbank hat die Anleger mit einem Gewinn überrascht, waren die Beobachter im Vorfeld doch fast durchgehend von einem negativen Quartalsergebnis ausgegangen waren. Analysten verwiesen auf die Auflösung von Kreditrückstellungen. Die Bank hob zudem weitere Fortschritte bei der Restrukturierung und eine Verbesserung der Kapitalisierung hervor.

UBS notieren im Sog der CS-Zahlen vorbörslich um 1,0% im Plus. Die grösste Schweizer Bank wird ihr Ergebnis am (morgigen) Freitag vorlegen, wobei Analysten einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal erwarten. Auch Julius Bär, die sich seit der Zahlenvorlage am Montag volatil entwickelt haben, zeigen sich nur wenig verändert.

Klar im Minus notieren dagegen Clariant (-2,0%). Der Baselbieter Chemiekonzern hat mit seinen vorbörslich vorgelegten Zahlen zum ersten Semester die Konsenserwartungen nicht ganz erfüllt. Immerhin seien die Umsätze etwa im Rahmen der Prognosen ausgefallen, so ein Analyst. Den Ausblick für 2016 bestätigte das Unternehmen allerdings mit einem Verweis auf das schwieriger werdende wirtschaftliche Umfeld.

Bei den Versicherungswerten tendieren Swiss Re (-0,3%) schwächer, während Zurich etwa zum Vortagesschluss gestellt werden. Die Analysten der Commerzbank haben ihre Abdeckung für Swiss Re und Zurich wieder aufgenommen und stufen die Titel des Rückversicherers mit "Reduce" ein. Versicherer litten derzeit insgesamt unter dem Umfeld mit tiefen Zinsen, heisst es. Für Zurich ist die Bewertung mit "Hold" dagegen etwas freundlicher, so hoffen die Analysten für den Einzelversicherer auf Verbesserung auf Gewinnebene.

Keine Stütze bieten vorbörslich die Börsenschwergewichte Nestlé, Novartis (je -0,1%) und Roche (unverändert). Die Roche-Tochter Chugai hat in der Nacht auf Donnerstag positive Studiendaten für ein Hämophilie-Medikament vorgelegt.

Am breiten Markt legen Logitech (+4,5%) nach markant besseren Zahlen für das erste Quartal 2016/17 im vorbörslichen Handel zu. Übertroffen wurden damit die Erwartungen der Analysten auf allen Stufen. Das Management erhöht nun die Ziele für das Gesamtjahr - so wird nun ein Wachstum im Kerngeschäft von 8-10% erwartet.

Zahlen vorgelegt hat auch der Westschweizer Verpackungsmaschinenhersteller Bobst (kein Kurs), der trotz höherem Umsatz unter dem Strich weniger Gewinn geschrieben hat. Das Unternehmen erhöht nun sein Umsatzziel für das Gesamtjahr. Zahlen vorgelegt haben auch die Basler Kantonalbank und die Banque Profil de Gestion.

tp/uh

(AWP)