Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig verändert - Tag der Brexit-Abstimmung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag vor dem offiziellen Handelsbeginn kaum verändert. Am Tag der Abstimmung über den Verbleib Grossbritanniens in der EU werden die Investoren an den Aktienmärkten wohl zurückhaltend agieren. Die Positionen seien bezogen, jetzt gelte es abzuwarten, hiess es im Handel. Die Vorgaben aus Übersee sind zudem uneinheitlich. In den USA rutschten die Indizes nach dem Börsenschluss in Europa weiter ab und schlossen moderat im Minus. In Asien zeigt sich kein einheitliche Entwicklung.
23.06.2016 08:45

Handelspositionen, die von einem Brexit-Entscheid negativ beeinflusst werden könnten, seien deutlich abgebaut worden. Daher gelte es abzuwarten, bis das britische Wahlvolk für klare Verhältnisse sorgen wird. Aber dennoch: Einige einige Investoren dürften versuchen, mit Risikopositionen einen "Reibach" zu machen. Daher sei die Gefahr von Kurskapriolen nicht zu unterschätzen. Auch wenn sich dieses Mal die Marktteilnehmer auf das Ereignis vorbereiten konnten, Verwerfungen und Liquiditätsengpässe wie beim "Frankenschock" im Januar 2015 werden durchaus für möglich gehalten. Es bleibt also spannend. Der Volatilitätsindex VSMI notiert weiterhin in der Nähe des Jahreshochs.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.20 Uhr 0,04% höher auf 7'975,10 Punkten.

Etwa die Hälfte aller SMI-Titel steht mehr oder weniger unverändert. Ein Plus von 0,1% verzeichnen Adecco, Geberit, LafargeHolcim, Syngenta, CS, UBS, Zurich und Novartis. Der Pharmakonzern hat für sein Herzmedikament Entresto Daten einer neuen Analyse vorgelegt. Laut dieser könnte eine frühzeitige und breite Anwendung von Entresto bei den dafür geeigneten Patienten alleine in den USA mehr als 28'000 Todesfälle pro Jahr verhindern oder verzögern. Die Aktie hatte am Vortag stärker als der Gesamtmarkt zulegt.

Im Augenmerk liegen auch die CS-Titel. Die Grossbank ist einem Medienbericht zufolge wegen Steuervergehen einmal mehr ins Visier der US-Justiz geraten. Das Justizdepartement ermittle, ob CS-Angestellte US-israelischen Doppelbürgern geholfen hätten, die US-Steuern zu umgehen.

In der Causa Sika/Saint Gobain (Aktie +0,1%) bleiben die Fronten derweil verhärtet. Die Schenker-Winkler Holding wird nun auch gewisse Beschlüsse der ordentlichen Generalversammlung vom 12. April 2016 anfechten.

Im breiten Markt stechen Meyer Burger mit +4,9% ins Auge. Der Solarzulieferer hat einen Auftrag über 21 Mio CHF in China erhalten. Die bringe das Unternehmen einen Schritt weiter bezüglich der Refinanzierung der Schulden, heisst es bei Vontobel. Seit Anfang Juni hat der Thuner Betrieb Aufträge über insgesamt über rund 70 Mio CHF gemeldet.

Im Blick stehen auch die Aktien von Implenia, Carlo Gavazzi und Gottex. Der Baukonzern Implenia hat sich laut einem Pressebericht mit einem Konsortium für das französische Megaprojekt Grand Paris Express beworben. Dabei geht es um ein Volumen von knapp 300 Mio EUR.

Die Elektronikgruppe Carlo Gavazzi hat im Ende März abgeschlossen Geschäftsjahr weniger Umsatz und Gewinn gemacht, belässt die Dividende aber unverändert. Der Vermögensverwalter Gottex hat den Bezugspreis für die anstehende Kapitalerhöhung auf 0,34 CHF festgelegt. Am Vorabend schlossen die Aktien bei 0,40 CHF. Die Aktionäre stimmten dem Vorhaben am (gestrigen) Mittwoch zu.

cp/uh

(AWP)