Aktien Schweiz Vorbörse: Wenig veränderte Eröffnung erwartet - Aryzta tiefer

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte wenig verändert in die neue Börsenwoche starten. Während die Vorgaben aus Asien keine klare Richtung vorgeben, bieten auch die Indikationen aus den USA wenig Aussagekraft. Zwar hatte die Wall Street am Freitag neue Rekordmarken gesetzt. Da sich aber viele Anleger bereits am "Thanksgiving"-Donnerstag ins verlängerte Wochenende verabschiedet hatten, verlief der verkürzte Handel an "Black Friday" erwartungsgemäss in ruhigen Bahnen. Auch sonst fehlen dem europäischen Aktienhandel noch richtungsweisende Impulse.
28.11.2016 08:45

Im Verlauf der Woche dürfte die Spannung mit Blick auf den am Freitag zur Publikation anstehenden US-Arbeitsmarktbericht sowie dem italienischen Verfassungsreferendum vom kommenden Sonntag zunehmen. Bei einem "Nein" gegen das Referendum fürchten Experten mit einem Aufschwung der euro-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung. Ausserdem könnten auch die Ölpreise die Aktienmärkte beeinflussen. Bislang sind sie im heutigen Geschäft nur leicht zurückgefallen, obwohl am Markt Zweifel an der Umsetzung einer bereits beschlossenen Förderkürzung des Ölkartells Opec aufkommen. Das Opec-Treffen findet am Mittwoch statt und im Vorfeld dazu sind auch Treffen mit Nichtmitgliedern wie Russland geplant.

Der vorbörslich von der Bank Julius Bär berechnete Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 08.25 Uhr um 0,06% tiefer bei 7'876,46 Punkten. Dabei bewegen sich die meisten Titel kaum vom Fleck. So auch die Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé, die um moderate 0,1% nachgeben.

Aryzta büssen im vorbörslichen Geschäft mit -2,2% deutlich an Wert ein. Der Backwaren-Konzern hat mit Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2016/17 (per Ende Oktober) die Vorgaben der Analysten aufgrund der schwachen Geschäftsentwicklung in Nordamerika verpasst. Die eigene Guidance für das Gesamtjahr wurde jedoch bestätigt und mit den Plänen zur Refinanzierung sieht sich Aryzta auf Kurs.

Im Fokus stehen auch Actelion (vorbörslich: -0,1%). Das Allschwiler Biopharmaunternehmen bestätigte am Freitag nachbörslich die vor einigen Tagen aufgekommenen Gerüchte, dass es vom US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) hinsichtlich einer möglichen Übernahme kontaktiert wurde. Gewissheit, dass eine Transaktion zustande kommen wird, besteht derzeit aber noch nicht. Gemäss Goldman Sachs wäre Actelion strategisch attraktiv für mehrere potenzielle Käufer. Mit den Gerüchten hatten die Titel in der Vorwoche 17% dazugewonnen.

Etwas fester tendieren Richemont (+0,2%) und Swatch (+0,4%). Für die seit einiger Zeit gebeutelte Schweizer Uhrenbranche schein Licht am Ende des Tunnels in Sicht. "Wir haben die Talsohle erreicht und im zweiten Halbjahr geht es wieder aufwärts", sagte der Chef der Uhrendivision des Luxusgüterkonzerns LVMH, Jean-Claude Biver, in einem Interview. Über das ganze Jahr erwarte er ein Plus von 2-5% bei den Exporten. Derweil erhöhte Bernstein das Kursziel sowohl für Richemont als auch für Swatch.

Galenica (kein Kurs) hat derweil für den Kaliumbinder Veltassa (Patiromer) der Tochter Relypsa von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Genehmigung für eine Indikationsanpassung (sNDA) bezüglich oraler Suspension erhalten.

Sulzer büssen vorbörslich im Rahmen des Gesamtmarkts 0,1% ein. Der Industriekonzern will den in Frankreich und Belgien aktiven Pumpenhersteller Ensival Moret übernehmen. Entsprechende exklusive Verhandlungen seien am vergangenen Freitag aufgenommen worden, teilte Sulzer am Montag mit. Der Unternehmenswert der vorgeschlagenen Transaktion liegt bei 85 Mio CHF.

Nach der Ablehnung der Atomausstiegs-Initiative stehen auch die Aktien von Energieunternehmen wie Alpiq und BKW (keine Kurse) im Zentrum des Interesses. Das Schweizer Stimmvolk hat sich am Sonntag mit 54,2% deutlicher als erwartet gegen die von den Grünen lancierten Atomausstiegsinitiative ausgesprochen. Bei einem Ja hätten die AKW Beznau I und II sowie Mühleberg bereits im Jahr 2017 abgeschaltet werden müssen, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Nun steht die Energiestrategie 2050 im Fokus, die den langfristigen Atomausstieg beinhaltet.

Starke vorbörsliche Avancen verbuchen Meyer Burger (+3,0%) im breiten Markt. Bereits am Freitag sind die in der Vergangenheit arg gebeutelten Titel um über 20% in die Höhe geklettert, nach dem die Gläubiger einer Wandelanleihe dem finanziell angeschlagenen Solarzulieferer in einem ersten Schritt den Weg für eine Rekapitalisierung des Unternehmens frei gemacht hatten.

mk/cp

(AWP)