Aktien Schweiz: Weiterhin im Minus - Verluste aber etwas eingedämmt

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag weiterhin klar im Minus, der SMI hat aber einen Teil noch grösserer Abgaben aus der Startphase wieder aufgeholt. Bereits am Vortag war ein ähnliches Muster zu beobachten gewesen. Ob dem Gesamtmarkt wie am Dienstag aber noch der Vorstoss in die Gewinnzone gelingen wird, scheint derzeit eher zweifelhaft, denn zu breit sind die Verluste gestreut. Die Marke bei etwas über 9'100 Punkten scheint momentan die obere Grenze für den SMI.
17.05.2017 12:50

Die Stimmung habe sich nicht grundsätzlich verschlechtert, hiess es in Börsenkreisen. Mittlerweile seien die Bewertungen aber sehr hoch und dass nun einmal Gewinne mitgenommen würden, komme nicht überraschend. Geprägt werde das Börsengeschehen mangels anderer Nachrichten weiterhin von den politischen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Regierung Trump und der damit verbundenen Dollar-Schwäche. Die Berichte über die Herausgabe sensibler Geheimdienst-Infos zu geplanten IS-Aktivitäten durch US-Präsident Donald Trump an Russlands Aussenminister Lawrow wirkten spürbar bremsend, hiess es dazu.

Bis um 12.10 Uhr büsst der Swiss Market Index (SMI) 0,43% auf 9'088,02 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,57% auf 1'430,42 Punkte zurück und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,50% auf 10'320,02 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf UBS und Vifor Pharma alle im Minus.

Wie schon am Vortag gehören CS (-1,7%) zu den schwächsten Werten. Im Zusammenhang mit der CS kommt im Vorfeld der ausserordentlichen Generalversammlung zur geplanten Kapitalerhöhung vom Donnerstag eine gewisse Nervosität auf. Der "TagesAnzeiger" hatte über eine mögliche Klage seitens sich übervorteilt fühlender Aktionäre berichtet.

Im Gegensatz dazu haben sich UBS (unv.) nach schwachem Beginn in den Bereich des Vortagesschlusses vorgearbeitet. Am Dienstag hatten UBS noch unter dem Abbau der Beteiligung des Singapurer Staatsfonds GIC gelitten.

Zusammen mit CS gehören aber mit Partners Group (-1,8%) als grösstem Verlierer sowie mit Julius Bär (-1,2%), Swiss Re (-1,0%) und Bâloise (-0,9%) weitere Finanzwerte zur Gruppe der schwächsten Bluechips. Bâloise hat im Rahmen des Übernahmeangebots für die Pax Anlage AG das provisorische Endergebnis publiziert. Nach Ablauf der Nachfrist hält der Versicherer 83,16% der Stimmrechte und des Aktienkapitals der Immobiliengesellschaft.

Überdurchschnittliche Einbussen erleiden darüber hinaus ABB (-1,0%), Clariant, Geberit oder Schindler (je -0,9%). Schindler-CEO Thomas Oetterli hat sich in einem Interview mit der "FuW" zuversichtlich zur Entwicklung in China gezeigt, was dem Aktienkurs aber kaum Auftrieb verleiht.

Von den drei nach Börsenkapitalisierung schwersten Aktien geben Novartis (-0,4%) etwas mehr nach als Roche und Nestlé (je -0,2%).

Die am Vortag nach guten Jahreszahlen gesuchten Sonova (-0,5%) halten sich im breiten Mittelfeld. Im Nachgang zu den Zahlen sind neue Kurszielerhöhungen durch JPMorgan und Jefferies eingegangen, beide belassen die Titel indes mit dem Rating "Neutral", bzw. "Hold".

Im breiten Markt fallen Straumann mit einem Minus von 3,1% auf. Wie das Investor Relations von Straumann am Mittwoch entsprechende Medienberichte bestätigte, hat sich der Singapurer Staatsfonds GIC von weiteren Anteilen an Straumann getrennt. GIC habe seine noch verbliebenen 0,54 Mio Aktien, entsprechend einem Anteil von 3,4%, verkauft, hiess es dazu. Zuletzt wurde seitens GIC noch ein Anteil von gut 4% gemeldet.

Sulzer (-1,2%) entwickeln sich leicht schwächer als der Gesamtmarkt. Das Unternehmen hat am Morgen mit der Übernahme der neuseeländischen Simcro eine kleinere Akquisition bekanntgegeben. Für einen Unternehmenswert von 90 Mio CHF kauft sich Sulzer damit einen Umsatz von rund 35 Mio CHF bei einer für Sulzer überdurchschnittlichen EBITDA-Marge von 27% ein. Die Transaktion wird in Marktkreisen aufgrund ihrer geringen Grösse als eher kursneutral eingestuft, wegen der Margensteigerung aber auch als günstig.

Die Aktien des Vakuumventil-Herstellers VAT fallen nach Quartalszahlen mit einem Minus von 1,7% ebenfalls zurück.

cf/tp

(AWP)