Aktien Schweiz - Auch Schweizer Anleger hängen an Trumps Lippen

Die Schweizer Börse hat am Dienstag in einem von Zurückhaltung geprägten Marktgeschehen bis am Mittag noch keine klare Richtung eingeschlagen.
28.02.2017 13:00
Nach der Präsentation überzeugender Zahlen sind die Aktien von Georg Fischer am Dienstag stark gesucht.
Nach der Präsentation überzeugender Zahlen sind die Aktien von Georg Fischer am Dienstag stark gesucht.
Bild: ZVG

Dank freundlicher Vorgaben aus den USA rückte der Leitindex SMI zunächst vor, rutschte aber in der Folge ins Minus ab und pendelt seither um die Nulllinie. Während einige Zykliker und Banken etwas fester tendieren, bremsen die Kursverluste defensiver Aktien den SMI aus. Die Augen der Anleger sind nun auf US-Präsident Donald Trump gerichtet, der in der Nacht auf Mittwoch vor dem Kongress eine Rede halten wird.

Die Anleger hoffen, dass Trump mit Details zu den versprochenen Steuergeschenken und zu Infrastrukturinvestitionen aufwartet. Bis dahin würden sich die Börsianer wohl nicht zu weit aus der Deckung wagen, meint ein Händler. Schliesslich müsse man sich am Markt auf "Luftlöcher" bzw. Rückschläge einrichten, nachdem die Trump-Hoffnungen die Aktien in den vergangenen Wochen nach oben getrieben hätten. Am Nachmittag stehen weitere wichtige US-Konjunkturdaten (Konsumentenvertrauen, PMI Chicago oder Case-Shiller-Index) auf dem Programm. Sowohl die Stimmung der Konsumenten als auch der Unternehmen dürfte weiter zuversichtlich bleiben, heisst es.

Der SMI steht gegen Mittag 0,1% tiefer bei 8511 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht praktisch unverändert bei 1350 Zählern und der breite SPI gibt 0,1% auf 9332 nach. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 15 im Plus, 14 im Minus und Kühne+Nagel notieren unverändert.

Fehlende Impulse bei den Bluechips

Bei den Bluechips verläuft der Handel aufgrund fehlender Impulse in ziemlich ruhigen Bahnen. Anziehende Kurse sind etwa bei Zyklikern wie Lafarge-Holcim (+0,9%) oder Adecco (+0,7%) zu sehen. Sowohl der Zementkonzern als auch der Personaldienstleister werden am kommenden Donnerstag Geschäftszahlen vorlegen. Kühne+Nagel (unv.) berichtet bereits am morgigen Mittwoch über das abgelaufene Jahr.

Die Bankentitel Credit Suisse (+1,0%) und Julius Bär (+0,4%) erholen sich leicht von den zuletzt erlittenen Kursabgaben und stehen ebenfalls weit vorne im SMI/SLI-Tableau. Dagegen haben UBS (+0,2%) etwas den Anschluss verloren. Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (-0,1%) tendieren mehr oder weniger seitwärts, während Nestlé den SMI mit minus 0,7% belasten.

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re verlieren 0,7% nachdem Société Générale die Titel neu zum Verkauf empfiehlt und die Credit Suisse das Kursziel leicht gesenkt hat. Die Swiss Re habe am vergangenen Donnerstag ein ziemlich schwaches Zahlenset für das vierte Quartal vorgelegt und der Ausblick sei ähnlich düster, wenn nicht schlimmer, urteilt der SocGen-Analyst. Swisscom büssen gar 1,3% ein. RBC hat das Kursziel für die Telekomaktie mit Blick auf die sich verschärfende Konkurrenzsituation deutlich gesenkt.

Bei Bâloise (+0,1%) bewegt die mit dem Investment- und Beratungsunternehmen Anthemis eingegangene Partnerschaft den Aktienkurs nach wie vor kaum. Der Versicherer bekräftigt mit diesem Schritt aber die Absicht, verstärkt und "gezielt" in den Fintech-Bereich zu investieren.

Zahlenvorlagen von zahlreichen kleineren Unternehmen

Die Musik spielt am Berichtstag am breiten Markt. Die Georg-Fischer-Aktien (+3,6%) haben die Avancen nach einem überzeugenden Zahlenset ausgeweitet. Insbesondere die angehobene Dividende wird an der Börse gut aufgenommen. Bellevue klettern trotz enttäuschender Zahlen, die weitestgehend bekannt waren, mit 4,0% in die Höhe. APG avancieren mit 2,0%. Und Cham Paper hat etwas mehr umgesetzt und die Profitabilität markant erhöht, was an der Börse mit einem Aufschlag von 2,7% goutiert wird.

Auf der anderen Seite geben Oerlikon um 1,8% nach. Der Industriekonzern hat mit seinem Jahresabschluss zwar die Erwartungen der Analysten gut erfüllt, Fragen wirft aber die künftige Entwicklung der Profitabilität auf. Auch Orior (-1,6%) werden nach Geschäftszahlen abgestossen, während sich Allreal (-0,3%), Arbonia (-0,6%), Genfer Kantonalbank (-0,2%) oder Valora (+0,4%) nach Veröffentlichung der Jahresberichte nicht allzu stark bewegen.

Bei Barry Callebaut (-1,0% oder -13 Franken) wird die Kursentwicklung am Berichtstag vom Dividendenabgang in Höhe von 15,50 Franken belastet.

(AWP)