Aktien Schweiz - Weiterhin leichte Verluste bei wenig Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Montag zur Mittagszeit weiterhin etwas im Minus.
29.05.2017 12:35

Es handelt sich um einen sehr ruhigen Wochenauftakt, denn gleich drei wichtige Handelsplätze sind mit New York, London und Festland-China feiertagsbedingt geschlossen. Ohnehin scheine die Anleger an den Finanzmärkten weltweit derzeit nichts aus der Ruhe zu bringen, heisst es in einem Kommentar auch mit Blick auf die US-Politik und Donald Trumps Blockadehaltung. Dies habe wohl damit zu tun, dass sich die Konjunkturaussichten zurzeit so günstig präsentieren wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.

Die vergangene Handelswoche hatte der Schweizer Leitindex bereits kaum bewegt beendet - nach einem Minus in der Vorwoche und dem kräftigen Anstieg in den Wochen davor. Die Agenda für den Berichtstag ist sowohl auf Unternehmens- als auch auf Makroseite weitestgehend leer. Am Nachmittag stellt sich zwar noch der EZB-Chef in Brüssel den Fragen der Abgeordneten des Europaparlaments. Es ist aber davon auszugehen, dass Mario Draghi dem eigentlichen Geschehen nicht zehn Tage vor der nächsten Sitzung vorgreifen will. Erst im weiteren Wochenverlauf könnten verschiedenste wichtige Konjunkturzahlen - aus China, Japan und den USA - grössere Impulse liefern.

Der SMI steht gegen Mittag 0,3% tiefer bei 9012 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,2% auf 1423 Zähler und der breite SPI 0,3% auf 10'255. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und lediglich 8 im Plus sowie 3 unverändert.

Schwergewichte belasten den SMI

Mittlerweile belasten alle drei Schwergewichte den SMI massgeblich. Dabei hat bei Novartis (-0,6%) die US-Gesundheitsbehörde das Medikament Zykadia für eine bestimmte Form von Lungenkrebs zugelassen. Eigentlich wird die Zulassung am Markt auch als leicht positiv bewertet.

Roche (-0,3%) geben etwas moderater ab. Das Management befasst sich derzeit mit dem Fall eines Patienten, der nach der Einnahme von Ocrevus, einem Medikament gegen Multiple Sklerose, an einer gefährlichen Gehirninfektion PML erkrankt ist. Ocrevus gilt für den Schweizer Pharmakonzern als Hoffnungsträger und soll künftige Umsatzrückgänge von Krebsmitteln ersetzen, bei denen der Patentschutz ausläuft.

Vontobel bekräftige indes die Kaufempfehlung für Roche, senkte allerdings das Kursziel im Zusammenhang mit veränderten Schätzungen für das Immun-Therapeutikum Tecentriq nach zuletzt enttäuschenden Daten als Zweitlinien-Therapie in der Behandlung von Blasenkrebs. Genau in dieser Indikation habe es zuletzt aber zahlreiche Zulassungen für Konkurrenten gegeben, so dass der Druck hier nun deutlich höher sei, so der Analyst.

Auch Nestlé (-0,5%) büssen leicht ein. Deutlich verlieren die Grossbankentitel Credit Suisse (-1,2%), während UBS (+0,1%) mittlerweile ins Plus gedreht sind. In Europa ist der Bankensektor insgesamt am Montag etwas belastet. Klar tiefer tendieren hierzulande ausserdem Lindt&Sprüngli (-1,1%), Aryzta (-1,0%) sowie Dufry (-0,8%).

Sika (-0,2%) verlieren mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarkts. Im Übernahmekampf gegen die Erbenfamilie gibt sich das Management weiterhin kämpferisch: Auch der angekündigte Abgang von CEO Jan Jenisch - zu Lafarge-Holcim - ändere nichts an der Entschlossenheit im Kampf für einen unabhängige Sika, liess sich Verwaltungsratspräsident Paul Hälg in der "Schweiz am Wochenende" zitieren. Aus dem Sika-Lager heisst es demnach auch, Jenisch sei keine entscheidende Figur im Abwehrkampf gewesen.

Newron legen kräftig zu

Klare Gewinne verbuchen unter den Bluechips hingegen Lafarge-Holcim (+0,8%), Swiss Life (+0,6%), Bâloise, Lonza und Swiss Re (je +0,5%).

Am breiten Markt können Newron (+2,1%) entgegen den Gesamtmarkt avancieren: Im Interview mit AWP sagte CEO Stefan Weber, dass beide Pipeline-Kandidaten des Biotech-Unternehmens durchaus Blockbuster-Potenzial hätten. In einem Blue-Sky-Szenario könnten sie es auf Spitzenumsätze von jeweils bis zu einer Milliarde Dollar bringen.

Auch Lem (+2,3%) legen zu. Nach der Zahlenvorlage zum Geschäftsjahr 2016/17 vergangene Woche erhöht Vontobel das Kursziel. Die Einstufung bleibt bei Hold. Die EBIT-Marge von über 20% habe sich als widerstandsfähiger erwiesen, als zuvor angenommen, heisst es.